Ärger um Raser in Mozartweg geht weiter: Messung ergibt 20 Stundenkilometer im Durchschnitt

Wittingen: Mit 50 km/h durch die Spielstraße

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Spielstraße bedeutet maximal Tempo 7 – in der Spitze wurden im Mozartweg aber 50 Stundenkilometer gemessen.

Wittingen. Das blaue Schild zeigt es an: Eigentlich sind sowohl im Wittinger Mozartweg als auch im angrenzenden Baugebiet Steinhaufenacker nur Schrittgeschwindigkeit und damit 4 bis 7 Stundenkilometer erlaubt.

Doch nicht alle scheint dieses Tempolimit und die Spielstraßenbeschilderung zu kümmern. „Die Verkehrszeichen kapiert offenbar nicht jeder“, hatte sich schon im Oktober ein Anwohner über zu schnelles Fahren in dem Viertel beschwert und Gegenmaßnahmen gefordert (das IK berichtete). Einen Monat später hat sich nichts geändert – dafür herrscht nun Gewissheit über die im Mozartweg begangenen Temposünden.

Bei einer Verkehrszählung, die die Stadt als Reaktion auf die Beschwerden einiger Anwohner umgesetzt hatte, wurde eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 20 Stundenkilometern gemessen. Damit liegt der Mittelwert der etwa 1500 gemessenen Durchfahrten mehr als doppelt so hoch wie erlaubt. Noch erschreckender: Die Spitzengeschwindigkeit lag bei sportlichen 50 Stundenkilometern. Unzumutbar auf einer Straße, auf der es durchaus wahrscheinlich ist, spielende Kinder anzutreffen.

Dem Ärger darüber machte deshalb auch ein weiterer Anwohner bei der letzten Sitzung des Verkehrsausschusses Luft. Er berichtete unter anderem von älteren Menschen, die den Mozartweg aufgrund von Rasern schon mieden sowie von Lärmbelästigung durch das rasante Fahren über die Bodenschweller. „So ist das Musikantenviertel keine gehobene Wohngegend mehr“, sagte er. Eine direkte Ansprache der Temposünder habe zudem keine Früchte getragen. Speziell im Mozartweg würden diese Leute trotzdem weiter schnell fahren, während sie im Steinhaufenacker dann dass Tempo drosseln. Der Anwohner äußerte deswegen den Wunsch nach erhöhter Polizeipräsenz im Viertel, wenn denn schon das Blitzen nicht in Frage kommt, wie die Polizei schon im Oktober gegenüber dem IK erklärte.

Politik und Verwaltung versicherten, dass sie das Problem ernst nehmen. Allein es fehlt die Handhabe. Für polizeiliche Kontrollen fehle Personal. Und: „Es gibt keine weitergehende Möglichkeit als das Spielstraßenschild“, erklärt Lutz Meinecke vom Bauamt der Stadt. Alternativ könnte die Straße höchstens mit Blumenkübeln oder Ähnlichem für den Durchgangsverkehr gesperrt werden.

Von Steffen Schmidt

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