Grüne fordern Maßnahmen für Bereich an Grundschule

Wittingen: Zu hohes Tempo am Umweg

+
Christian Schroeder (v.l.), Frauke Schünhoff und Thomas Lemke am Zebrastreifen an der Grundschule. Fairerweise muss erwähnt werden: Der Fahrer dieses Wagens hätte das Trio über die Straße gelassen.

Wittingen – Die Tempo-Begrenzung an der Wittinger Grundschule funktioniert nicht – das hat jetzt eine Geschwindigkeitsmessung der Deutschen Verkehrswacht am Umweg gezeigt.

Die meisten Autofahrer waren im Überwachungszeitraum mit deutlich mehr als den erlaubten 30 Stundenkilometern unterwegs. Die Grünen wollen das nun zu einem Thema der Stadtpolitik machen.

Die Messung der Verkehrswacht vom 7. bis 9. Mai erfolgte verdeckt, den Verkehrsteilnehmern wurde ihre Geschwindigkeit also nicht samt Smiley auf einer Tafel angezeigt. 7985 Fahrzeuge wurden registriert, davon 95 Prozent Pkw. Die sogenannte „85-Prozent-Geschwindigkeit“ lag bei der Rund-um-die-Uhr-Messung bei 52 km/h.

Dieser Indikator wird gern als aussagekräftiger Wert herangezogen, weil er das Tempo beschreibt, das von 85 Prozent der Fahrer eingehalten und von 15 Prozent überschritten wird – die schlimmsten Raser sind also schon mal raus aus der Rechnung.

Trotzdem weist beispielsweise der 85-Prozent-Wert für den 8. Mai, 7 bis 17 Uhr, einen Wert von 48 bis 50 km/h aus. Und das, obwohl von 9 bis 16 Uhr an der Schule Tempo 30 gilt. Die Spitzengeschwindigkeit in diesem Zeitraum lag bei 74 Sachen.

Den Anstoß zu der Messung hatte die Elternratsvorsitzende Frauke Schünhoff gegeben – sie war mit dem Anliegen auf die Verkehrswacht in Gifhorn zugegangen. Mit dem Vorliegen der Ergebnisse hat sie die Wittinger Grünen ins Boot geholt. Die fordern nun Maßnahmen für mehr Verkehrssicherheit im Schulbereich am Umweg und haben den Antrag gestellt, die Situation im nächsten Verkehrsausschuss zu beraten. Thomas Lemke will das Thema auch in den Ortsrat tragen.

Lemke meint, die Tempo-30-Schilder müssten schon direkt nach dem Abzweig von der Uelzener Straße aufgestellt werden, und nicht wie bisher erst kurz vor der Bushaltestelle. Die geltende Beschilderung wird auch von den Experten der Verkehrswacht mit einem großen Fragezeichen versehen: „Unverständlich ist, warum die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h nicht bereits vor dem Fußgängerüberweg und der Kreuzung gilt und ausgeschildert ist, sondern erst 50 Meter hinter dem Überweg.“

Christian Schroeder, Sprecher der Grünen im Stadtrat, hat kürzlich als Helfer beim Fahrradturnier der Grundschule selbst erlebt, dass die potenzielle Gefahrensituation an der Schule viele Autofahrer offenbar relativ kalt lässt: „Wenn die Kinder ihre Fahrräder über den Zebrastreifen schieben wollten, wurde das weitestgehend ignoriert, da hielt kaum jemand an.“

Schroeder und Lemke sind nicht nur der Auffassung, dass der Zebrastreifen zwingend in die Tempo-30-Zone hineingehört – das Tempolimit müsse auch regelmäßig kontrolliert werden. Zugleich könne man darüber nachdenken, ob eventuell bauliche Maßnahmen zur Verbesserung beitragen könnten.

Die dreitägige Messung hat auch 110 Lkw erfasst – die gehören eigentlich gar nicht in den Umweg. Die Grünen glauben, dass auch dieses Verbot besser ausgeschildert und durchgesetzt werden sollte.

VON HOLGER BODEN

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare