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Wittingen: Geld dazu beim Altbau-Kauf

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Von: Holger Boden

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Schilder in Richtung Wittinger Altstadt.
Die Politik möchte Immobilienkäufer gern in gewachsene Strukturen locken. Die Richtlinie „Jung kauft Alt“ soll dabei helfen. © Boden, Holger

Wittingen – Wer in Wittingen einen Altbau kaufen will, kann jetzt einen Zuschuss bei der Stadt beantragen. Mit der Richtlinie „Jung kauft Alt“, die zum 1. Januar in Kraft treten soll, fördert die Kommune den Erwerb älterer Immobilien wie auch die Erstellung von Altbaugutachten. Der Stadtrat verabschiedete das Papier in seiner jüngsten Sitzung einvernehmlich bei einer Enthaltung.

De facto können allerdings nicht nur junge Menschen eine Förderung beantragen. Während das Gebäude, um das es gehen soll, vor dem 20. Juni 1982 bezugsfertig gewesen sein muss, sieht die Richtlinie kein Höchstalter vor. Antragsberechtigt sind natürliche Personen.

„Jung kauft Alt“ bezeichnet denn auch eher die Stoßrichtung der Stadt: Die Förderung soll dem demografischen Wandel entgegenwirken und Familien ermutigen, sich in „gewachsener Umgebung“ ein Haus zu kaufen – sich also beispielsweise statt für ein Neubaugebiet für die Altstadt zu entscheiden.

Bei erfolgreichen Anträgen will die Stadt für eine Laufzeit von fünf Jahren 500 Euro pro Jahr gewähren. Der Fokus auf Familien kommt beim „Erhöhungsbeitrag“ zum Tragen, der sich pro Kind (bis zum 18. Lebensjahr) und Jahr auf 250 Euro belaufen soll. Die Förderrichtlinie ist zunächst bis Ende 2027 befristet.

Walter Schulze (CDU) richtete den Blick auf die vorangegangenen Diskussionen – da sei durchaus umstritten gewesen, was denn nun alt und wer denn nun jung sei. Man müsse nun die Resonanz abwarten: „Es bleibt zu hoffen, dass unsere Ortskerne gestärkt werden“, so Schulze. Christian Schroeder (Grüne) sah das ähnlich: „Wir können froh sein über jeden Euro, den wir in diesem Bereich ausgeben.“

Eckhard Meyer (BA) verwies darauf, dass seine Fraktion einen Punkt gern noch geändert gehabt hätte: Wer seinen Altbau von einem Angehörigen kaufen will, darf keinen Zuschussantrag stellen. „Das“, so Meyer, „hätten wir gern offener gefasst.“ Einen entsprechenden Antrag hatte er zuvor an den Verwaltungsausschuss gerichtet und eine Verknüpfung von Förderung und Flurstücksnummer (nur ein Zuschuss pro Flurstück) vorgeschlagen. Das fand keine Mehrheit.

FWG-Fraktionschef Dr. Thomas Weiland sagte, an Meyer gerichtet: „Lass uns anfangen, wir können immer noch nachlegen.“ Karl-Heinz Gauert (SPD) fand, man solle „Neues nicht direkt zerreden, sondern erstmal anfangen“. Die Kritik wollte Meyer nicht akzeptieren: „Ich habe nichts zerredet, ich habe lediglich einen Verbesserungsvorschlag gemacht.“

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