+++ UPDATE: Ermittlungen nach Straftat – NABU-Kreisverband Gifhorn verurteilt illegalen Wolfsabschuss aufs Schärfste +++

Bei Wittingen: Erschossene Wölfin aus Elbe-Seitenkanal geborgen

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Ein Wolf im Wildpark Eekholt (Kreis Segeberg), fotografiert im Dezember 2017 durch ein Zielfernrohr: Im Elbe-Seitenkanal zwischen Wittinger Hafen und Wunderbüttel wurde jetzt eine erschossene junge Wölfin gefunden.

pm/mih Wittingen/Wunderbüttel. Am Sonntagabend gegen 21 Uhr ist im Elbe-Seitenkanal eine getötete Wölfin geborgen worden.

+++ Update, 18.34 Uhr +++

Laut Helge Reinsch von der Wittinger Polizei wurde das ein bis zwei Jahre alte, ausgewachsene Tier zwischen den Brücken am Wittinger Hafen und bei Wunderbüttel gefunden. Von Mitarbeitern des Wasser- und Schifffahrtsamtes, ist zu hören.

Die Polizei, die am heutigen Montag über den Vorfall informiert wurde, hat erste Ermittlungen zur Straftat aufgenommen. Der Tatzeitraum ist unbekannt. Es sei versucht worden, die Wölfin mit einer Metallschlinge und einem beschwerenden Gegenstand im Kanal zu versenken. Das misslang. Andere Quellen sprechen davon, dass nur ein langes Drahtseil im Spiel war. Der beschlagnahmte Kadaver wurde für weitere Untersuchungen ins Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Mögliche Zeugen, die im Zusammenhang mit der Tat etwas berichten können, melden sich bitte bei der Polizei unter der Telefonnummer (0 58 31) 25 28 80.

Wolfsberater Karl-Gustav Laser ist über den Fall informiert und zeigt sich schockiert über das „kriminelle Vermögen“. Es gebe immer wieder Leute, die Wölfen gegenüber ablehnend eingestellt seien. „Aber das kam völlig unerwartet.“ Die Straftat könne er nicht nachvollziehen. „Ich hoffe, dass der Täter ermittelt wird und dass dies keine Schule macht.“

Der NABU-Kreisverband Gifhorn verurteilt den illegalen Wolfsabschuss auf das Schärfste. „Es ist mehr als erschreckend, dass jemand mit einer scharfen Waffe frei herumläuft, der offenbar eine hohe kriminelle Energie besitzt und eine solche Straftat begeht. Dies ist beängstigender, als es ein Wolf jemals sein könnte“, sagt Vorsitzender Florian Preusse, der auch NABU-Wolfsbotschafter ist. Seit der Rückkehr der Wölfe habe es in Deutschland 39 bekannte Fälle illegaler Tötungen gegeben, davon neun in Niedersachsen und nun den ersten im Landkreis Gifhorn.

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+++ Erstmeldung +++

Erste Ermittlungen der Polizei Wittingen ergaben, dass das Tier mit einer Schusswaffe getötet wurde.

Danach sei versucht worden, das Tier mittels einer Metallschlinge und einem beschwerenden Gegenstand im Elbe-Seitenkanal zu versenken. Die Tötung eines Wolfes stellt eine Straftat nach dem BNatSchG dar und wird derzeitig von der Polizei Wittingen verfolgt.

Das Tier wird zwecks weiterer Untersuchung ins Leibniz-Institut nach Berlin verbracht.

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Weitere Informationen folgen.

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