Wittingen: Erfolg bei QiN

Wittingen. Wittingen war erfolgreich – aber gewonnen ist im Prinzip noch nichts. „Wir freuen uns. Nun gilt es natürlich, einiges in Gang zu setzen“, sagte gestern der Leiter des städtischen Wirtschaftsamtes, Günter Kruse, nachdem er vom IK erfahren hatte, dass die Wittinger Bewerbung bei der Quartiersinitiative Niedersachsen (QiN) zum Ziel geführt hat. Von Holger Boden

QiN – das ist Wittingens große (mancher Lokalpolitiker sagt auch: einzige) Chance im Kampf für eine lebendigere Innenstadt. Das ist ja letztlich auch das Ziel, das das Land Niedersachsen mit seiner Initiative verfolgt. „Wir wollen unsere Innenstädte attraktiver und wettbewerbsfähiger machen“, sagte Niedersachsens Sozial- und Bauministerin Aygül Özkan gestern, als sie die 20 Modellprojekte präsentierte, die in den Genuss von QiN-Fördermitteln kommen.

Im Wittinger Fall sind es nach einer Auflistung aus Özkans Ministerium 18 000 Euro, die aus Landesmitteln fließen. Die Stadt, die mit dem Projekttitel „Warum in die Ferne schweifen? Das Gute liegt so nah!“ gestartet war, ist unter den Wettbewerbssiegern in guter Gesellschaft: Auch in Städten wie Göttingen, Emden, Helmstedt und sogar Wolfsburg braucht es offenbar zumindest in einigen Vierteln Impulse für mehr Belebung. Die Heimat des designierten Ministerpräsidenten David McAllister, Bad Bederkesa, wird ebenfalls gefördert.

Als Hauptzweck von QiN in Wittingen gilt ein Leerstandsmanagement, das die Voraussetzungen für attraktive Neuansiedlungen schaffen soll. „Im Wesentlichen geht es dabei um die Lange Straße und die Junkerstraße“, sagt Kruse. Ein Ziel ist es, kleine Gebäudeeinheiten so zusammenzufassen, dass möglichst großflächige Geschäftsräume entstehen, die sich gut vermarkten lassen.

Ob das klappt, daran äußert unter der Hand selbst mancher Politiker seine Zweifel, der in den Ausschüssen der Stadt den Weg für die QiN-Bewerbung mitbereitet hat. Frisch in Erinnerung ist vielen noch der Versuch aus den Jahren 2004/2005, ein Stadtmarketing anzuschieben. Die Beteiligung privater Akteure ebbte seinerzeit schnell ab.

Dieser Prozess wird nun anlaufen. „Wir werden uns nun mit den Akteuren vor Ort zusammensetzen und Konzepte entwickeln“, sagt Kruse. „Ob das funktioniert, muss man sehen. Ohne die Privatleute werden wir nicht weiterkommen.“

Neben Einzelmaßnahmen ist laut Kruse auch das Schnüren eines Innenstadt-Paketes denkbar, mit Maßnahmen, die über den privaten Bereich hinausgehen. Handlungsbereiche wie Beleuchtung, Gestaltung des Straßenraumes und das schon fast legendäre öffentliche WC könnten hier eine Rolle spielen.

Wittingen wird von QiN zunächst für eine einjährige Vorphase gefördert. Eine noch nicht terminierte Auftaktveranstaltung soll den Startschuss geben, danach wird sich wohl ein Arbeitskreis bilden. Nach den ersten zwölf Monaten muss die Stadt sich für eine Verlängerung erneut bewerben. Das macht dem Leiter des Wirtschaftsamtes allerdings erst einmal keine Sorgen – die Erfahrung zeige, dass Kommunen bei QiN in der Regel den Schritt von der ersten in die zweite Runde schaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare