Kita-Personal verzweifelt gesucht

Wittingen: Engpässe in Betreuung schaffen Probleme für berufstätige Eltern

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Im Kita-Ausschuss in Knesebeck hörten die Eltern wenig Hoffnungsvolles zur Personalsituation.

Wittingen/Knesebeck – Personalmangel war im Herbst der Grund dafür, dass die Ganztagsbetreuung in der Krippe der Wittinger Kita St. Stephanus 1 schon um 14 Uhr enden muss.

Daran hat sich nichts geändert, und das bleibt auch bis auf Weiteres so: Sobald wieder ausreichend Personal an Bord sei, werde man wieder eine Betreuung bis 16 Uhr anbieten, sagte die pädagogische Leiterin des Kindertagesstätten-Dachverbandes, Stefanie Pagel-Bosker, jetzt auf Elternanfrage im Kita-Ausschuss.

Doch „vor dem Sommer“ werde es damit wohl nichts werden, wenn überhaupt. Trotz permanenter Personalsuche. In vier der fünf Einrichtungen seien derzeit nicht alle Planstellen besetzt, erklärte Pagel-Bosker. Da könne man „auch nicht mehr hin- und herschieben“.

Mehrere Eltern gaben in der Ausschuss-Sitzung ihrer Verwunderung darüber Ausdruck, dass im Anmelde-Portal der Stadt Wittingen für die Zeit ab 1. August von einer Betreuung in der betreffenden Krippe bis 16 Uhr die Rede ist.

Wenn das gar nicht gesichert sei, müsse man doch diese Zeiten mit einem Vorbehalt kommunizieren. Dazu sagte der Erste Stadtrat Peter Rothe „Das ist erst einmal die Zeit, die wir anbieten wollen. Das wollen wir hinkriegen.“ Und die Vorsitzende des Kita-Verbands, Elisabeth Schulze, erklärte: Den Sachstand zum 1. August kennen wir jetzt nicht – aber wir geben uns größte Mühe.“

Wie sehr das fehlende Betreuungspersonal auf die Planungen von Familien durchschlägt, das macht der Ohrdorfer Maik Mund gegenüber dem IK deutlich: „Wir haben eigentlich einen Ganztagsplatz, aber der geht nur bis 14 Uhr.“ Seine Frau wolle gern in Vollzeit arbeiten, doch diese Pläne lägen erst einmal auf Eis: „Wir wissen ja nicht, wie das wird mit der Betreuungszeit und der Arbeitszeit.“

Der Wittinger Timo Kausche hat ein eineinhalbjähriges Kind in der Krippe St. Stephanus 1. Er wundert sich, dass „alle anderen Einrichtungen ihre Zeiten einhalten können“. Die eine Krippengruppe bekomme den Mangel voll zu spüren – und Kausche fragt sich, ob man das nicht im Zusammenspiel aller Kitas im Stadtgebiet nivellieren könne. Seine Frau arbeite in Teilzeit in Uelzen und komme wegen der kürzeren Krippenzeit regelmäßig in zeitliche Bedrängnis.

Dem Ausschuss sagte eine Mutter, dass die gekürzte Ganztagsbetreuung Eltern mit bestehenden Arbeitsverträgen in die Bredouille bringe. Pagel-Bosker machte ihr und den anderen Zuhörern wenig Hoffnung – am Erzieherinnenmangel ändere bisher auch keine Marketing-Kampagne für diesen Beruf etwas: „Es hilft alles nichts, da ist einfach niemand.“ Und diese Situation schaffe viele Unwägbarkeiten: „Keine Betreuungszeit ist zu 100 Prozent sicher.“

VON HOLGER BODEN

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