Neubauten beseitigen nicht alle Sorgen

Wittingen braucht noch mehr Kita-Plätze

Ein Baukran steht auf der Baustelle der neuen Kita in Wittingen.
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Kita-Bau an der Nachtweide: Berechnungen der Stadt zeigen, dass der Bedarf an Plätzen künftig noch weiter steigt und weitere Kapazitäten nötig werden.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Wittingen/Knesebeck/Ohrdorf – Zwei neue Kita-Bauten für jeweils sechs Gruppen, das Ganze für zirka 10 Millionen Euro – ein Rundum-sorglos-Paket für die Zukunft der Wittinger Kinderbetreuung? Mitnichten, wie sich in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses zeigte. Dort legte die Stadtverwaltung einen Bericht über die Betreuungssituation sowie eine Prognose für die Folgejahre vor. Tenor: Der Bedarf bei den Familien wird voraussichtlich so groß sein, dass noch weitere Kapazitäten gebraucht werden.

Die Stadt geht bei ihren Planzahlen von einer weiter steigenden Nachfrage nach Krippenplätzen aus sowie von einer kompletten Auslastung der Kindergartenplätze. Eingerechnet wird auch, dass einzelne Kinder möglicherweise in anderen Kommunen betreut werden und dass ein Teil der Familien auf Kindertagespflege zurückgreift.

Im Ergebnis kommt das Rathaus zu dem Schluss, dass perspektivisch 66 Kindergartenplätze und 17 Krippenplätze im Einzugsgebiet Wittingen fehlen. Das bezieht sich grob auf den Zeitraum ab Anfang 2023, wenn die beiden Neubauten an den Start gegangen sein sollen. Ein Teil des Bedarfs könne möglicherweise durch das Angebot in Knesebeck aufgefangen werden, heißt es. Als „Gedankenspiel“, wie Stadtbürgermeister Andreas Ritter sagte, ist für die Deckung relativ kurzfristiger Bedarfe schon die Einrichtung einer Waldkita mit 18 Plätzen in die Überlegungen aufgenommen worden.

Die Situation im Einzugsgebiet Knesebeck stellt sich entspannter dar als im Bereich Wittingen: Hier wird in der Prognose für den Kindergarten mit einem Überhang von 13 Plätzen gerechnet, im Krippenbereich sogar mit 25 Plätzen, die noch zu vergeben wären. Und das, obwohl in dem Szenario nicht mehr mit den aktuellen Krippen-Räumlichkeiten am Knesebecker Schulhof gerechnet wird, und auch nicht mit der Nutzung des Gemeindehauses.

Dafür wird allerdings auch für das Einzugsgebiet Ohrdorf mit 17 fehlenden Plätzen im Krippenbereich kalkuliert, beim Kindergarten hingegen mit einem leichten Überhang von 3 Plätzen. Auch in Ohrdorf gibt es Überlegungen, mit einem Gruppenraum für Krippenkinder weitere Kapazitäten zu schaffen.

Die Stadt hat schon mit Blick auf das im August startende Kita-Jahr einen erhöhten Bedarf an Plätzen registriert. 220 Anmeldungen für den 1. August kamen über das Online-Portal oder über eine Warteliste. Bei den Krippenplätzen war die Nachfrage größer als das Angebot: Die Stadt musste für zehn Kinder eine Absage erteilen, davon acht in Knesebeck und zwei in Wittingen (Stand zum Zeitpunkt der Ausschusssitzung).

Das liegt auch an einem gewissen Stau in Richtung Grundschule: 17 Kinder wurden vom Schulbesuch zurückgestellt, 11 von ihnen bleiben ein Jahr länger in den Kitas. Dadurch bleiben einige Kinder über das dritte Lebensjahr hinaus in der Krippe, weil für sie kein Kindergartenplatz frei ist.

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