Stadt sucht nach Räumen für eine zusätzliche Krippengruppe – und auch im Kindergarten ist Bedarf

Wittingen braucht mehr Kita-Plätze

Ein Schloss muss es ja nicht gerade sein, aber mehr Räume für Kitas braucht die Stadt schon.
+
Ein Schloss muss es ja nicht gerade sein, aber mehr Räume für Kitas braucht die Stadt schon.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
    schließen

Wittingen. Wer demnächst durch beliebte Urlaubsgebiete fährt, wird vor vielen Pensionen das Schild „Belegt“ hängen sehen. Britische Gastgeber ergänzen die Information gern um den Zusatz, dass es ihnen leid tut: „Sorry, no vacancies. “ Leider nichts frei.

Solche Tafeln könnten die Kindertagesstätten der Stadt Wittingen derzeit auch aufstellen.

Dürfen sie aber nicht – und auch die Bekundung des Bedauerns hilft nicht weiter. Denn nach dem Sozialgesetz haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ihr Kind. Der Sozialausschuss der Stadt befasst sich deshalb in seiner Sitzung am nächsten Dienstag, 21. Juni (19 Uhr, Rathaus), mit der aktuellen Belegsituation und mit der perspektivischen Planung für die Kindergärten und Krippen.

Für das neue Kindergartenjahr, so heißt es in der Ausschuss-Vorlage, zeichnet sich ab, dass die Kapazitäten für die Nachfrage nicht mehr ausreichen. Weitere Gruppen müssten den Betrieb aufnehmen. Vor allem sieht die Verwaltung Bedarf für die kurzfristige Schaffung von 15 Krippenplätzen bis Anfang August. Einen Neubau kann man bis dahin nicht aus dem Boden stampfen.

Die Verwaltung hat auf der Suche nach einer Übergangslösung diverse Objekte auf ihre Eignung für einen Umbau geprüft – und ist nur in Knesebeck fündig geworden. Ein Planungsbüro hat den Auftrag bekommen, eine Machbarkeitsstudie und eine Kostenschätzung für eine Herrichtung von Räumlichkeiten in einem Teil des Gemeindehauses vorzulegen. Per Umlaufbeschluss – also ohne Sitzung eines Fachgremiums – sind von der Politik schon mal 80 000 Euro für die Maßnahme bewilligt worden. Die tatsächlichen Kosten bleiben freilich abzuwarten – nach ersten Erkenntnissen der Verwaltung werde es „schon ein Schluck aus der Pulle“, so der Erste Stadtrat Peter Rothe.

Als Alternative ist die Anmietung einer mobilen Lösung („Krippencontainer“) kalkuliert worden – diese könnte näher an der eigentlichen Krippe stehen. Dafür würden für zwei Jahre Miet- und Aufstellkosten in Höhe von 71 000 Euro fällig. Diverse weitere Kosten kämen hinzu.

Eine andere Baustelle: Auch im Wittinger Kindergarten werden 15 neue Plätze benötigt. Eine zusätzliche Nachmittagsgruppe, so heißt es, könnte wohl durch interne Umstrukturierung von Räumen geschaffen werden. Die Verwaltung spricht hier von einer zeitweiligen Lösung. Schon jetzt kommt es mitunter zu Unmut bei Eltern, weil sie auf eine Einrichtung ausweichen müssen, die nicht in ihrem Wohnort steht – was vom Gesetz durchaus gedeckt ist, für die Betroffenen aber Unannehmlichkeiten bedeuten kann.

Die Frage nach neuen Kita-Räumen im Stadtgebiet war am Dienstag Thema im gemeinsamen Kindertagesstätten-Ausschuss der Stadt und der Kirche. Der tagt nichtöffentlich, die Ergebnisse wird der Sozialausschuss am Dienstag vorgelegt bekommen. Und der soll sich dann auch mit der Frage beschäftigen, wie über die Einrichtung von Provisorien hinaus die Kita-Landschaft mittel- und langfristig ausgebaut werden soll.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare