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Eine Fahrradstraße in der Wittinger Junkerstraße?

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Von: Holger Boden

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Auf der Wittinger Junkerstraße herrscht Leere, abgesehen von den Autos, die am rechten Straßenrand parken.
Asphalt-Ödnis mit teils zu schmalen oder nicht existenten Gehwegen: Die Junkerstraße soll im Zuge der Städtebauförderung ein ganz neues Gesicht bekommen. © Boden, Holger

Wittingen – Eins ist offensichtlich: Die Neugestaltung von Junkerstraße, Fulau und Gustav-Dobberkau-Straße ist für viele Bürger in Wittingen ein Thema. 45 Zuhörer zählte die Info-Veranstaltung am Dienstagabend in der Stadthalle, das ist ordentlich für Wittinger Verhältnisse, und da saßen nicht nur Anlieger. Spürbar war, zumindest bei einem Teil des Publikums, eine gewisse Grundskepsis gegenüber der vom Planer skizzierten Option, aus Junkerstraße und Fulau eine „Fahrradstraße“ zu machen.

„Es ist keine ganz einfache Maßnahme“, sagte Stadtbürgermeister Andreas Ritter mit Blick auf die geplante Erneuerung der Straßenzüge im Zuge der Städtebauförderung. Die läuft, seit 2018, für zehn Jahre. Im Topf sind 6,4 Millionen Euro für die Innenstadt. Bund, Land und Stadt tragen die Kosten zu je einem Drittel. Ritter betonte: Die Anlieger müssen nichts dazubezahlen.

Den Beginn der Tiefbauarbeiten stellte der Rathauschef für das dritte oder vierte Quartal dieses Jahres in Aussicht. Planer Ulrich von der Ohe vom beauftragten Büro Heidt und Peters schlüsselte den Zeitplan so auf: Der Planungsentwurf soll bis Ende Februar stehen, die Ausschreibung der Arbeiten ist für Mai vorgesehen, die Vergabe soll Ende Juli erfolgen, und für August kalkuliere man mit dem Baustart. Bauunternehmerin Anne-Kathrin Peters, die in den Zuhörerreihen saß, hielt Letzteres angesichts der vollen Auftragsbücher der Branche für utopisch.

Der Planer hielt an seiner Dramaturgie des Ablaufplans fest. Demnach soll der erste Bauabschnitt – Junkerstraße und Gustav-Dobberkau-Straße – dann im Frühjahr 2024 fertig werden. Anschließend, im Sommer, soll der zweite Bauabschnitt (Fulau) an den Start gehen, der Abschluss der Arbeiten dort ist für Frühjahr 2025 vorgesehen. Sperrungen und damit verbundene Behinderungen sind unumgänglich, von der Ohe sagte aber zu, dass Lieferverkehr und eingeschränkte Zufahrt für Anlieger in größtmöglichem Maße zugelassen werden sollen. Vor die eigentlichen Arbeiten zur Neugestaltung der Straßen dürften noch Maßnahmen des Wasserverbandes an seinem Leitungssystem vorgeschaltet werden.

Bei den drei Straßen geht es um eine Ausbaulänge von insgesamt 580 Metern. Warum es sich um ein komplexes Projekt handelt, das erläuterte auch von der Ohe noch einmal. Da sind zum einen die verschiedenen Ziele, die alle mit der Städtebauförderung verbunden sind: mehr Attraktivität für die Innenstadt, die bessere Integration von Radfahrern in den Verkehr, Barrierefreiheit, Verkehrssicherheit – und einiges mehr. Die Aufenthaltsqualität soll steigen, und der Bereich der drei Straßen soll künftig auch zum Verweilen einladen. Dann sind da noch die verschiedenen Funktionen – (Auto-)Verkehr, Schulweg, Anlieferung für Gewerbe –, die auch künftig gewährleistet werden sollen. Und letztlich muss die Stadt darauf achten, die Fördervorgaben zu berücksichtigen.

Wie das Endergebnis aussehen soll, das wird die Wittinger Politik entscheiden müssen. Der Planer verhehlte nicht eine gewisse Sympathie für einen Umbau von Junkerstraße und Fulau zur Variante 1, einer Fahrradstraße. Radfahrer hätten darauf Vorrang - und könnten in beide Richtungen fahren.

Der Wittinger Ortsrat befasst sich am 12. Januar um 19 Uhr im Rathaus mit dem Thema, der Bauausschuss am 16. Januar um 18 Uhr an gleicher Stelle.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Print- oder E-Paper-Ausgabe des Isenhagener Kreisblatts vom 12. Januar 2023.

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