Knesebeck: Firma Butting fürchtet Einschränkungen für künftige Entwicklung

Windkraft contra Wirtschaft?

Mehr Anlagen im Nordkreis – auch bei Knesebeck? F.: Archiv

Knesebeck. Windräder zwischen Knesebeck und Vorhop? Das ist eine Frage, die noch völlig offen ist, und mit der sich nach dem Knesebecker Ortsrat in der letzten Woche am heutigen Mittwoch (19 Uhr, Dörphus) auch der Ortsrat von Vorhop beschäftigen wird.

Klar ist schon jetzt: Der Vorrangstandort könnte wirtschaftliche Komplikationen mit sich bringen.

Denn am Knesebecker Südrand hat der größte Arbeitgeber des Nordkreises sein Firmengelände. Und dort, beim Edelstahlverarbeiter Butting, fürchtet man, dass Windräder südlich von Knesebeck die Entwicklungschancen des Unternehmens beeinträchtigen könnten.

Geschäftsführer Hermann Butting hat diese Problematik in einem Schreiben an Stadtbürgermeister Karl Ridder und den Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) verdeutlicht: Projiziere man die Entwicklung der letzten zehn Jahre in die Zukunft, dann werde sich sein Unternehmen weiter in Richtung Vorhop ausdehnen.

Das, so Hermann Butting, sei allerdings nur möglich, wenn es dann keine planungsrechtlichen Hindernisse gibt. Daher bitte er darum, die Flächen für Windräder so weit wie möglich vom Betriebsgelände fern zu halten: „In jedem Fall sollte nicht nur ein Abstand von 1000 Meter zu dem vorhandenen Flächennutzungsplan, sondern ein Abstand von 1000 Meter zu einer möglichen und realistischen Erweiterung des Betriebsgeländes eingehalten werden.“

Zudem verweist der Firmenchef auf den möglichen Schlagschatten durch 180 Meter hohe Anlagen, die in südlicher Richtung stehen. Diese „Beeinträchtigung der Arbeitsplätze“, so Hermann Butting in seinem Schreiben, „möchte ich meinen Mitarbeitern nicht zumuten“.

Das Gebiet zwischen Knesebeck und Vorhop gilt als einer der Bereiche im Wittinger Stadtgebiet, in denen künftig Vorrangflächen für Windräder möglich sind. Nach Einschätzung der Stadtverwaltung wäre „ein Großteil“ der dortigen in Frage kommenden Flächen „nicht mehr für derartige Anlagen nutzbar“, wenn die von Butting eingebrachten Vorstellungen umgesetzt werden.

Der Knesebecker Ortsrat hat den Sachverhalt in seiner Sitzung nicht bewertet. Ortsbürgermeister Heinz-Ulrich Kabrodt kündigte an, gegebenenfalls eine gemeinsame Info-Veranstaltung mit Vorhop und der Firma Butting anzuberaumen.

Darüber hinaus gibt es Befürchtungen, es könne für die Knesebeck-Vorhoper Windpläne aus östlicher Richtung Konkurrenz geben. Beim ZGB läuft die Prüfung eventueller Windräder auf dem VW-Prüfgelände. Ein solcher Vorrangstandort und der bei Vorhop würden sich wegen des bisher geforderten Abstands von fünf Kilometern wohl ausschließen, meinte Kabrodt (siehe auch Kasten).

Ein Antrag der Knesebecker CDU hinsichtlich Bürgerbeteiligung und Unterstützung der Windpläne südlich von Knesebeck wurde vom Ortsrat einvernehmlich auf die nächste Sitzung vertagt. In der Frage der Einbindung der Bürger bestehe Konsens, hieß es aus den Reihen von SPD und FWG.

Von Holger Boden

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