Vorstellungen des Zweckverbandes bereits Thema in den Fraktionen / Sitzung am 19. Januar

Wind: Wo geht noch was?

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Licht und Schatten: Die Wittinger Politik wird in den nächsten Wochen abwägen, welche Argumente für oder gegen die neuen möglichen Flächen für Windräder sprechen.

Wittingen. Insider sprechen von „Goldgräberstimmung“: Neue Windräder werden nicht nur im Zuge der Energiewende gebraucht, man kann damit auch Geld verdienen – und so stehen bei Landwirten und Kommunen im Isenhagener Land schon seit Monaten die Investoren vor den Türen.

Alle zusammen warten gespannt auf die Beantwortung einer Frage: Wo werden weitere Windparks möglich sein?.

Das interessiert darüber hinaus natürlich auch viele Bürger. Die Stadt Wittingen hat daher für die Sitzung ihres Wirtschaftsausschusses am kommenden Donnerstag, 19. Januar, vorsichtshalber den Saal der Stadthalle gebucht – jeder Interessierte soll eine Chance haben, dabei zu sein, wenn Experten des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB) erstmals ihre Vorstellungen zu neuen oder erweiterten Windkraft-Flächen präsentieren.

Diese Vorstellungen sind zwischenzeitlich der Stadt übermittelt und auch schon in den Fraktionen beraten worden. Nach Informationen, die dem IK vorliegen, sind für den ZGB drei zusätzliche Vorranggebiete südlich von Knesebeck, östlich von Boitzenhagen sowie zwischen Schneflingen und Radenbeck denkbar. Hinzu könnten wohl auch Erweiterungen der beiden bestehenden Windparks kommen.

Von Entscheidungen ist man freilich noch weit entfernt. Das betont auch Jens Palandt, beim ZGB zuständig für die Regionalplanung: Die zum Jahreswechsel an die Kommunen übersandten Zwischenergebnisse dienten „zur Orientierung“, man befinde sich in einem „laufenden Prozess“, und beim ZGB sei man weiterhin „noch am Prüfen“.

Klar ist ohnehin: Der ZGB kann nur einen Rahmen abstecken und aufzeigen, wo Windkraft-Potenziale genutzt werden könnten. Die Stadt Wittingen muss diesen Rahmen für ihren Bereich mit Leben füllen, indem sie die entsprechende Bauleitplanung auf den Weg bringt.

Der ZGB hat neben den drei genannten Gebieten offenbar noch mehr potenzielle Standorte für Windräder identifiziert. Allerdings könnte diese an den geltenden Abstandregelungen scheitern: Fünf Kilometer müssen zum nächsten Windpark eingehalten werden, 1000 Meter zu Siedlungsflächen, 500 Meter zu Einzelbebauung. Nach diesen Kriterien könnten sich auch neue Flächen bei Boitzenhagen und Schneflingen gegenseitig ausschließen, so dass am Ende vielleicht nur eins der möglichen Vorranggebiete ausgewiesen werden kann.

Für CDU-Fraktionschef Walter Schulze ist es denn auch noch „zu früh, zu einzelnen Standorten etwas zu sagen“. Er hoffe auf weitere Erkenntnisse in der Ausschuss-Sitzung. Wichtig sei die Frage der Akzeptanz in der Bevölkerung und vor diesem Hintergrund auch der Abtransport der Energie: „Werden dafür neue Hochspannungsleitungen gebraucht?“ Stadtbürgermeister Karl Ridder sagte dem IK, grundsätzlich begrüße er den Ausbau der Windkraft im Stadtgebiet.

Der FWG-Vorsitzende Dr. Thomas Weiland würde ein neues Vorranggebiet im Süden des Stadtgebietes begrüßen. Wichtig sei, dass „nicht nur Investoren von außen“ zum Zuge kämen, sondern auch Einwohner der Stadt im Rahmen von so genannten Bürger-Windparks.

Hans-Heinrich Koch, Fraktionschef der SPD, sieht in der Windkraft-Diskussion noch „alles offen“: „Es wird am 19. Januar noch keine Entscheidung geben, wir lassen uns das erst mal vorstellen.“ In seinen Augen gibt es derzeit noch „mehr Fragen als Antworten“.

Von Holger Boden

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