Rhenus und Stadt Wittingen teilen sich wohl künftig das Umschlagsgeschäft

OHE will am Hafen aussteigen

Holzspäneverladung am Wittinger Hafen: Das Umschlagsgeschäft wird von der OHU betrieben, die OHE will sich aus dem Unternehmen bis zum Jahresende zurückziehen. Foto: Boden
+
Holzspäneverladung am Wittinger Hafen: Das Umschlagsgeschäft wird von der OHU betrieben, die OHE will sich aus dem Unternehmen bis zum Jahresende zurückziehen.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
    schließen

Wittingen. Die Osthannoversche Eisenbahnen AG zieht sich aus dem Umschlaggeschäft am Wittinger Hafen zurück.

Wie der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Kloppenburg auf IK-Anfrage bestätigte, will das Unternehmen seine Anteile an der Osthannoverschen Umschlagsgesellschaft (OHU) mit Wirkung zum 31. Dezember 2017 abgeben. Nach derzeitiger Planung wollen das Logistikunternehmen Rhenus und die Stadt Wittingen mit jeweils 50 Prozent der Anteile als gleichberechtigte Partner die Geschäfte weiterführen.

Diskutiert wurde das Thema Ende letzter Woche in einer Gesellschafterversammlung in Celle. Dort kamen Vertreter von Rhenus, der OHE und der Stadt zusammen. Die beiden Unternehmen und die Kommune sind bislang zu je einem Drittel an der OHU beteiligt. Es sei „beabsichtigt, dass unsere Anteile verkauft werden“, sagt Kloppenburg über die Haltung der OHE. „Aber da müssen natürlich erst noch Verträge gemacht werden.“

Der Vorstandsvorsitzende betont, dass die Entscheidung nichts mit den wirtschaftlichen Perspektiven des Umschlagsgeschäftes am Wittinger Hafen zu tun habe – die gelten allgemein als gut. Vielmehr gehe es um eine strategische Entscheidung der OHE, sich aus dem Gütergeschäft zurückzuziehen und sich verstärkt auf Personenbeförderung auf der Schiene (zum Beispiel Erixx) zu konzentrieren.

Wittingens Stadtbürgermeister Karl Ridder bestätigt die Überlegungen für eine künftige 50:50-Partnerschaft mit Rhenus. Der Verwaltungsausschuss habe dafür bereits einstimmig grünes Licht gegeben, nun stehe dazu noch ein abschließendes Votum des Stadtrates aus.

Für die Stadt sitzt auch Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse in der Geschäftsführung der OHU. Ein Großteil des operativen Geschäftes wurde aber bisher von Celle aus abgewickelt. Wie die Arbeit künftig aufgeteilt werden soll, sei noch offen, sagt Ridder: „Die Details müssen noch geklärt werden.“ Für die Geschäftsführung müsse ein neues Konzept erstellt werden, es könne zu zusätzlichen Aufgaben für das Rathaus kommen.

Einig waren sich die Gesellschafter nach Ridders Angaben, dass es für die OHU-Mitarbeiter dieses Jahr – wie in den Vorjahren auch – Weihnachtsgeld bekommen. Noch keine Entscheidung gab es zu einer Ersatzinvestition in einen neuen Bagger, der am Wittinger Hafen zum Verladen eingesetzt wird.

Von Rhenus war gestern keine Stellungnahme zu bekommen.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare