Wiedererkennungswert und WC

Wittingen - Von Holger Boden. Mit der Beauftragung eines Fachbüros aus dem Saarland (das IK berichtete) sind nun endgültig die Weichen für ein Halbjahr gestellt, das in der Stadt Wittingen ganz im Zeichen der Quartiersinitiative QiN stehen sollte. Das ist nicht viel Zeit, um ein tragfähiges Konzept für die Belebung der Innenstadt auf den Weg zu bringen. Beim Motto könnte sich die Stadtpolitik beim abgekauten, aber sehr treffenden Ex-Slogan eines großen Mineralölherstellers bedienen: „Es gibt viel zu tun, packen wir‘s an.“

Die Stadtverwaltung hat dafür schon mal eine Steilvorlage geliefert. Das Wirtschaftsamt von Günter Kruse hat in der letzten Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses einen Katalog mit denkbaren Initiativen zur Aufwertung des Wittinger Zentrums vorgelegt – eine umfangreiche Liste mit Maßnahmen, die zum Teil auch schon seit Jahren diskutiert werden, deren Umsetzung bisher aber fehlt.

In diese Kategorie fällt etwa die nun erneut angeregte Anbindung des Einkaufszentrums an der Knesebecker Straße an die Innenstadt. Dieses Projekt stand schon im Zuge der Planungen für das EKZ auf der Agenda. Noch wesentlich älter ist die Erkenntnis, dass die Innenstadt eine öffentliche Toilette braucht. Hier gibt es offenbar den Gedanken, Leader-Mittel einzuwerben, um die Idee eines WCs auf dem Gelände des Spittahauses zu realisieren. Die Verwaltung regt auch erneut an, den Wiedererkennungswert der Stadt mit einem Slogan oder Logo zu verbessern.

Ansonsten steht natürlich ganz oben auf der Liste die

Leerstandsproblematik: Die Verwaltung hat bereits die Initiative ergriffen und arbeitet an einer Leerstandsböörse im Internet. Hier soll es, wie Kruse betonte, keine Makler-Aktivitäten geben, sondern lediglich Hinweise auf leerstehende Gewerbeflächen. Einer der Schwerpunkte im Rahmen von QiN wird es sein, sich um einen besseren Branchenmix zu bemühen und Konzepte für Nachnutzungen zu entwickeln.

Die Stadt hat unter den Besitzern leerstehender Objekte bereits per Umfrage ermittelt, wer überhaupt bereit ist, seine Immobilie wieder für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung zu stellen. Bei 22 vakanten Läden in der Innenstadt haben laut Kruse nur zehn Besitzer eine Rückmeldung gegeben – diese Quote muss für QiN noch besser werden. Vier der Besitzer wollen wieder vermieten, vier weitere nicht. Bei einem Gebäude ist ein Verkauf beabsichtigt, bei einem Objekt (Pizzeria Etna) zeichne sich eine Nachnutzung ab, so Kruse.

Zur Stärkung des Einzelhandels in der Innenstadt war auch das

Einzelhandelsentwicklungskonzept auf den Weg gebracht worden. Seit seiner Vorstellung Anfang 2009 hat das Papier in der politischen Diskussion keine wesentliche Rolle mehr gespielt.

Weitere Vorschläge/Erinnerungen aus dem Wirtschaftsamt (Auswahl):

Neuausrichtung des Wochenmarktes mit mehr Angebot und mehr Anbietern, eventuell auch heimischen Erzeugern und Direktvermarktern;

mehr Außengastronomie, zum Beispiel im Umkreis des Marktplatzes;

Verbesserung von Stadtmöblierung/Dekoration (Bänke, Beschilderung, Außengestaltung der Geschäfte);

gezielte hochwertige Beleuchtung von ausgewählten Gebäuden/Straßenzügen/Bereichen;

mehr Grün in der Stadt;

Sanierung von Innenstadt-Gebäuden, Haus Kreyenberg ist nicht das einzige Gebäude mit Sanierungsbedarf.

Wann der QiN-Prozess anläuft, wird derzeit in Absprache mit dem beratenden Institut geklärt.

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