Knesebeck: Betriebsrat will bei Butting erneut an den Verhandlungstisch

Wieder geht’s um den Tarif

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Beim Edelstahlverarbeiter Butting werden die Mitarbeiter in Anlehnung an den Tarifvertrag entlohnt.

bo Knesebeck/Gifhorn. Tarifverhandlungen, die Zweite: Diesmal mit einem höheren Organisationsgrad bei den Butting-Beschäftigten. Das kündigte gestern bei einem Pressetermin der IG Metall Butting-Betriebsratsvorsitzender Hans-Heinrich Klopp an.

„Nach den Wahlen zum neuen Betriebsrat am 4. März wollen wir mit der Unternehmensleitung wieder über die Übernahme des Flächentarifvertrages für die niedersächsische Metallindustrie verhandeln“, so Klopp. Wie man Firmeneigner Hermann Butting an den Verhandlungstisch bekommen will, und wie hoch der Grad der gewerkschaftlichen Organisation bei Butting in Knesebeck mit seinen 1200 Beschäftigten und den 200 Mitarbeitern in der hauseigenen Personal-Service GmbH ist, wollte Klopp nicht verraten.

Bis 2006 habe das Knesebecker Unternehmen nach Tarif bezahlt. „Danach gab es nur noch Inflationsausgleich“, sagt Klopp. Das sei nicht mehr hinnehmbar. Die Firma Butting wollte gestern keine Stellungnahme abgeben.

Im April vergangenen Jahres verhandelten beide Seiten das erste Mal. Ende Mai scheiterten die Verhandlungen. „In diversen Gesprächen mit Mitarbeitern auf unterschiedlichen Ebenen des Unternehmens erörterte die Geschäftsführung, inwieweit ein niedersächsischer IG-Metall-Tarifvertrag für die Mitarbeiter und für das Unternehmen Butting eine bessere Zukunftsalternative bietet als der bestehende Weg. Dabei hat sich bei der Geschäftsführung die Meinung gefestigt, das die Butting-Mitarbeiter mit dem seit über 65 Jahren bewährten Weg ohne Tarifbindung auch weiterhin gut leben können und wollen“, teilte Butting damals mit. Das Niveau der Entlohnung liege auf dem der Tariffläche. Dabei werde der Tarifvertrag in vielen Bereichen durch die Regelung bei Butting übertroffen, so die Firma im Mai.

Dagegen sagte die IG Metall: Seit Jahren seien die Arbeitsentgelte bei Butting „völlig willkürlich“. Zudem lägen sie um bis zu 15 Prozent unterhalb der Fläche. Laut Klopp ist es in diesem Jahr auch Ziel, die 200 Mitarbeiter der Personal GmbH ins Kernunternehmen zu holen, also mit gleichen Löhnen wie die übrigen Beschäftigten auszustatten.

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