Wieder eine OS für Wittingen?

Wittingen. – von Holger Boden. Gibt es in Wittingen bald wieder eine „OS“? Nicht die Orientierungsstufe natürlich, die ist ja vor knapp sieben Jahren von der niedersächsischen Landesregierung abgeschafft worden. Doch weil kaum noch jemand sein Kind auf die Hauptschule schickt, muss reagiert werden – und dafür hat das Kultusministerium in Hannover die Oberschule entwickelt.

Die hört also auf dasselbe Kürzel. Ansonsten ist noch offen, was die neue Schulform, die regional unterschiedlich umgesetzt werden kann, für einzelne Schulstandorte bedeuten wird. Für Wittingen möchte die Stadt-CDU diese Frage nun geklärt haben.

Fraktionschef Walter Schulze stellte in der Stadtratssitzung am Dienstagabend den Antrag, die Verwaltung möge „so schnell wie möglich Zahlen und Fakten im Hinblick auf eine mögliche Veränderung der Schulstruktur in Wittingen erheben“. Dabei solle ergebnisoffen diskutiert werden, mit dem Ziel, für Wittingen langfristig ein attraktives Schulangebot zu sichern. „Wir sollten klar machen, dass wir da am Ball sind“, meinte Schulze.

Handlungsbedarf leitet man bei der Wittinger CDU aus der Tatsache ab, dass es in Hankensbüttel Überlegungen zur Oberschule gibt. Das kann Auswirkungen auf die Wittinger Schullandschaft haben – etwa, wenn Realschüler in Hankensbüttel statt in Wittingen zur Schule gehen.

So sollen nach dem Wunsch der CDU verschiedene Szenarien durchgespielt werden:

• Beibehaltung des Status quo;

• Weiterführung der Wittinger Realschule bei gleichzeitigem Oberschul-Angebot in Hankensbüttel;

• Einrichtung einer Oberschule in Wittingen als Ersatz für Hauptschule und Realschule;

• Einrichtung einer Oberschule mit gymnasialem Zweig in Wittingen.

Schulze nannte eine Beibehaltung der bestehenden Schulen „grundsätzlich erstrebenswert“. Das dürfte man auch an der Wittinger Realschule so sehen, von wo in diesem Jahr nach einem positiven Inspektionsbericht schon die Aussage kam, dass neue Veränderungen der Schullandschaft nicht gerade willkommen wären. Auch könne es, so Schulze, nicht darum gehen, das Gymnasium Hankensbüttel in seinem Bestand zu gefährden.

Der Sprecher von SPD und FWG, Hans-Heinrich Koch (SPD), sagte in der Stadtratssitzung, dass der Vorstoß der CDU die Zustimmung der Mehrheitsgruppe finde. Einen Seitenhieb auf die Schulpolitik des Landes wollte er sich nicht verkneifen: „Wir müssen da in der Tat schnell ran. Bei einer Reform des Landes Niedersachsen weiß man nie, wie lange das hält.“

Das Thema soll in Kürze den Schulausschuss beschäftigen.

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