Ohrdorf: Turmholländer von 1867 erhält neue Flügel / Besitzerin zahlt selbst

Wieder eine richtige Mühle

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Endlich nicht mehr flügellahm: Der Ohrdorfer Mühle wurden gestern neue Flügel verpasst, die Segel sollen wenn möglich heute folgen.

Ohrdorf. „Eine Mühle ohne Flügel ist keine richtige Mühle“, sagt Katja Rösler. Und genau deswegen hat sich die Besitzerin der Ohrdorfer Mühle dazu entschieden, ihrem historischem Turmholländer von 1867 einen Satz neuer Flügel zu spendieren.

Das betagte Gebäude wird damit wieder vollends zur Landmarke im Nordkreis.

Um die vier Metallflügel zu montieren, rückte gestern extra eine Spezialfirma aus Winsen/Luhe an. Das war auch nötig, denn die Mühle steht unter Denkmalschutz. Sanierungen müssen in Absprache mit der Denkmalschutzbehörde erfolgen. Das sei zwar etwas kompliziert gewesen, erinnert sich Rösler. Dank eines von ihr eingeholten Gutachten eines Mühlenexperten sei die Maßnahme aber nach dem Lösen einiger Detailfragen relativ schnell bewilligt worden.

Eine Fachfirma aus Winsen/Luhe brachte gestern die neuen Stahlflügel an der Ohrdorfer Mühle an.

Die neuen Flügel bezahlt Rösler aus eigener Tasche. „Ein schönes Auto hätte man sich davon schon leisten können“, beschreibt Rösler die Kostendimension. Auf Fördermittel konnte die Professorin für Fahrzeugtechnik indes nicht zurückgreifen. „Ich habe mich bemüht“, sagt Rösler, aber Anträge bei der Denkmalschutzbehörde und der Sparkasse seien erfolglos gewesen. Ob nachträglich Mittel über eine EU-Förderung fließen, ist laut Landkreis noch in der Schwebe.

Noch länger auf etwaige Mittel zu warten, wäre indes keine gute Idee gewesen. Funktionsfähig seien die Flügel sowieso nicht mehr gewesen und die Holzbalken waren innen komplett morsch, sogar die alten Metallelemente waren arg in Mitleidenschaft gezogen. „Das hat man von außen erstmal gar nicht so gesehen, aber die mussten ab“, sagt Rösler.

Die neuen Flügel sollen nun noch sehr lange halten – und vor allem sollen sie sich auch bald wieder drehen – am besten schon Sonnabend. Die dafür nötigen Segel sind bereits vor Ort und sollen, wenn möglich, schon heute aufgezogen werden.

Von Steffen Schmidt

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