Städtischer Winterdienst stellt sich auf große Schneemengen ein

Wetterchaos? Wittingen wappnet sich

Schneetreiben auf dem Wittinger Marktplatz: Die Stadtverwaltung stellt sich auf extreme Wetterverhältnisse am kommenden Wochenende ein.
+
Schneetreiben auf dem Wittinger Marktplatz: Die Stadtverwaltung stellt sich auf extreme Wetterverhältnisse am kommenden Wochenende ein.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
    schließen

Was kommt da aufs Isenhagener Land zu? Die Wetterprognose für das Wochenende lässt ein Schneechaos erwarten, wie es das lange nicht gegeben hat.

Wittingen – Die Stadt Wittingen will sich bestmöglich wappnen – Verwaltungschef Andreas Ritter bat gestern seinen Stellvertreter Holger Schulz, Vertreter der Abteilungen für Tiefbau und Ordnung sowie des Bauhofs zu einem „Schneegipfel“ im Rathaus.

„Vielleicht wird ja alles gar nicht so schlimm, aber wir wollen vorbereitet sein“, sagte Ritter. Was genau den Nordkreis erwartet, ist angesichts einer sogenannten Grenzwetterlage noch unklar. Laut IK-Wetterexperte Reinhard Zakrzewski sind bis zu 30 Zentimeter Neuschnee denkbar (siehe Seite 6). Manche Vorhersagen gehen für Teile Norddeutschlands sogar von 60 Zentimetern aus. Je nach Verlauf der Wettergrenze kann es auch einfach nur regnen.

Ritter hat jedenfalls seinen Bauhof in Alarmbereitschaft versetzt. Wie weit die Mitarbeiter im Fall der Fälle mit ihrer Ausrüstung – zwei Fendt-Schlepper und ein paar Kleintraktoren – kommen, wird natürlich auch davon abhängen, wie extrem der Schneefall wird. Die Ansage der Rathausspitze ist, möglichst auch Anliegerstraßen zu räumen.

Straßenräumung im Stadtgebiet: Die Stadt ist bei großen Schneemengen auf externe Unterstützung angewiesen.

Zudem hat Ritter angewiesen, vor dem Wochenende auch die Straßen der Innenstadt zu räumen – und dies künftig auch generell nach Schneefällen zu tun. Vor diesem Wochenende sei es auf jeden Fall wichtig, dass „der Matsch weg ist, bevor es wieder friert“. An die Bürger ergeht in diesem Zusammenhang die Bitte, möglichst keine Autos an den Straßenrändern der Innenstadt zu parken. Das erleichtere das Räumen und die Lagerung der Schneemassen. so Ritter. Sollten die Mengen zu groß ausfallen, gibt es auch Pläne für den Abtransport des Schnees.

Der Stadtverwaltung geht es also auch um eine Sensibilisierung der Bevölkerung für die möglicherweise bevorstehende Wetterlage. Mit den Feuerwehren will das Rathaus ebenfalls im Vorfeld über die Situation sprechen.

Das gestrige Treffen diente zudem dazu, rechtzeitig die Kontaktaufnahme mit Landwirten und Lohnunternehmern auf den Weg zu bringen, auf deren Hilfe man am Wochenende bauen möchte, wenn die Lage es erfordern sollte. Es gebe Pläne, was in den Dörfern geräumt wird und durch wen, sagte Ritter, der auch die Ortsbürgermeister und -vorsteher informiert hat.

Ein ganz eigenes Thema ist die Frage der Belastbarkeit von Dächern. Auch das ist gestern im Rathaus erörtert worden. Nachdem 2006 in Bad Reichenhall der Einsturz des schneebedeckten Daches einer Eishalle 15 Todesopfer gefordert hatte, waren auch in Wittingen die Dächer öffentlicher Bauten überprüft worden. „Damals hieß es: alles in Ordnung“, erinnert sich Ritter. Sollten nun aber tatsächlich große Schneemengen auf kommunalen Flachdächern – etwa von der IGS-Sporthalle oder der Stadthalle – landen, will die Stadtverwaltung gegebenenfalls Betretungsverbote für die Gebäude aussprechen.

Im Rathaus wird man heute und morgen gebannt die weiteren Wetterprognosen verfolgen. „Wenn dann doch nicht der große Schnee kommt, ist es umso besser“, sagt Ritter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare