Von Frankfurt über Bayern und Sachsen bis nach Wesendorf

Wesendorf: Isabell Hein radelt 1253 Kilometer in 13 Tagen

1253 Kilometer und rund 7500 Höhenmeter legte Isabell Hein an 13 Tagen mit dem Fahrrad zurück. Erst reiste sie allein, die letzten Stationen wurde sie von ihrem Vater Detlev Hein begleitet.
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1253 Kilometer und rund 7500 Höhenmeter legte Isabell Hein an 13 Tagen mit dem Fahrrad zurück. Erst reiste sie allein, die letzten Stationen wurde sie von ihrem Vater Detlev Hein begleitet.

Frankfurt / Wesendorf – Eigentlich wollte Isabell Hein in diesem Jahr eine längere Reise nach Kanada unternehmen. Aber dann kam die Corona-Pandemie – und machte der 30-Jährigen einen Strich durch die Rechnung.

Mit ihrem Bewegungstrieb und ihrer Abenteuerlust im Hinterkopf wuchs die Idee: „Deutschland ist auch ziemlich groß, Ostdeutschland kenne ich beispielsweise noch gar nicht. “ Der Grundstein für eine fast zweiwöchige Radtour quer durch Deutschland war gelegt.

Hein ist in Wesendorf aufgewachsen und hat im Landkreis Gifhorn nach der Schule ihre Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert. Die beruflichen Perspektiven zogen sie in Deutschlands Finanzhauptstadt, nach Frankfurt. Von dort aus sollte ihre Tour losgehen. Sie ist generell sehr sportlich, fährt viel Rad und läuft auch Marathon.

„Ich habe mir meine Route per App genau geplant“, berichtete Hein. „Ich verreise viel und gerne – und bin dabei auch gerne spontan. Aber mit der Corona-Pandemie im Hintergrund geht das einfach nicht.“ Sie suchte sich jede Unterkunft auf ihrer Tour aus und buchte sie im Vorfeld. So hatte sie trotz verschärfter Auflagen im Tourismus die Gewissheit, am Zielort auch eine Unterkunft zu bekommen. „Und außerdem konnte ich mein Pensum so steuern, dass ich am Tage auch nicht mehr als die geplanten 100 Kilometer fahren muss.“ Die Sorge, nach einer langen und anstrengenden Tour weiterfahren zu müssen, weil sie keine Unterkunft gefunden hatte, konnte sie so ausräumen.

Zurück zu Hause: Wohlbehalten kam die 30-Jährige schließlich in Wesendorf an.

Denn anstrengend war die Tour nicht nur wegen der Länge: „Ich habe während der 13 Tage 7500 Höhenmeter zurückgelegt“, sagte Hein stolz. „Das ist quasi ein Mount Everest.“ Ihre Unterkünfte auf der Reise fielen einfach aus: „Das Radfahren stand ganz klar im Vordergrund. Dabei konnte ich sehr viel von der Natur entdecken.“ Dabei sind der 30-Jährigen viele regionale Unterschiede und Eigenheiten aufgefallen. „Besonders in Bayern hat das Radfahren großen Spaß gemacht, einfach weil die Radwege gut ausgebaut und in einem hervorragenden Zustand sind“, erklärte Hein. „Und dazu kommt dann die tolle, abwechselungsreiche Natur.“ Beim Radeln könne sie sich ganz auf sich und auf die Umgebung konzentrieren.

„In Sachen Technik hatte ich großes Glück“, verriet die ehemalige Wesendorferin. „Ich hatte keine Panne, keinen Unfall.“ Vor dem Start der Tour hatte sie ihr Fahrrad noch zur Inspektion gegeben. „Ich habe mir im Vorfeld auch schon Videos angesehen, wie man Fahrräder repariert“, sagte Hein. „Ich habe von der Technik nicht die allergrößte Ahnung, ich hätte das unterwegs eben am Exempel lernen müssen.“ Zumindest bis zum neunten Tag der Tour, dann bekam sie nämlich Verstärkung von ihrem Vater Detlev Hein. Mit ihm ging es die letzten 400 Kilometer zurück nach Wesendorf.

„Wenn man allein ist, geht man automatisch eher auf andere Menschen zu“, sagte die 30-Jährige. „Besonders, wenn es keinen Handy-Empfang gibt und nur sehr wenige Menschen unterwegs sind.“ So habe sie beispielsweise unterwegs eine Frau, die im Garten arbeitete, gefragt, ob sie ihre Flasche vielleicht mit Leitungswasser auffüllen könne.

Ihre Abenteuerlust hat die Radtour allerdings erst so richtig entfacht: „Ich will die Welt entdecken!“ Dennoch habe sie diese Route auch sehr entschleunigt und ermöglicht, die Eindrücke der Natur auf sich wirken zu lassen. Insgesamt ist Hein enorm begeistert: „Ich kann es echt nur empfehlen: Leute, steigt auf’s Rad und lernt Deutschland kennen!“ VON DENNIS KLÜTING

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