Künstler kommen 2022 nach Lüben

Werkstattwoche wegen Corona verschoben

Viele Menschen sitzen im Innenhof der Lübener Tenne.
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Volles Haus in der Tenne beim Werkstattwochen-Konzert - das geht dieses Jahr nicht.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Lüben – Nun trifft die Corona-Krise auch die Lübener Werkstattwoche: Das internationale Künstlersymposium, das seit 1991 alle zwei Jahre in dem Rundlingsort stattfindet, fällt damit erstmals in seiner Geschichte aus. 2022 soll es nachgeholt und dann künftig immer in den geraden Jahren veranstaltet werden.

„Wir hatten bis zuletzt gehofft, die Werkstattwoche durchführen zu können“, sagt Claudia Niemann, die im Organisationsteam mitarbeitet. „Aber es macht keinen Spaß, wenn das Ganze nicht im gewohnten Rahmen ablaufen kann.“

Der gewohnte Rahmen – das ist in der Regel eine von Begegnungen und Austausch geprägte Woche mit über 20 Künstlern aus einer ebenfalls zweistelligen Zahl von Ländern. Sie leben bei Gastgebern im Haus, lassen sich von Land und Leuten in ihrem Schaffen inspirieren, arbeiten mit Schülern zusammen an Bildern oder tauschen sich mit Besuchern über ihre Werke aus. Zum Programm gehören auch stets eine Abschlussveranstaltung mit Gästen und eine Ausstellung.

Das alles scheint dem Organisationsteam unter den gegebenen Umständen für August dieses Jahres nicht realistisch. „Da sind zu viele offene Fragen“, sagt Niemann. „Wie kann das mit den Unterkünften laufen? Können die Künstler anreisen? Und wollen sie das überhaupt, oder gibt es da Ängste?“

In einer Zeit, in der vieles aus der analogen Realität in den virtuellen Raum verlegt wird, gab es solche Überlegungen mit Blick auf das Künstlersymposium natürlich auch. „Aber die Woche lebt von Begegnungen“, sagt Niemann, deshalb habe man davon Abstand genommen. Noch offen ist, ob vielleicht im Sinne einer Überbrückung im August dieses Jahres irgendetwas im Zusammenhang mit Kunst und der Werkstattwoche in Lüben zu sehen sein wird. Das sei, so Niemann, „noch nicht spruchreif“.

Die Entscheidung für den Ausfall sei gemeinsam mit der Stadt Wittingen, den Förderern und den Gastgebern getroffen worden, heißt es seitens der Organisatoren. Alle Beteiligten richten nun ihre Vorfreude auf 2022 – dann soll vom 12. bis 21. August die 16. Internationale Werkstattwoche in Lüben über die Bühne gehen.

Die übliche Jurysitzung, bei der die Künstler für 2022 ausgewählt werden, ist nun für August dieses Jahres geplant. Dann stehen Kandidaten und Kandidatinnen aus 16 Nationen zur Wahl. „Wir haben mehr Bewerbungen als jemals zuvor erhalten“, freut sich Regina Oldenburg-Tietjen, Koordinatorin der Werkstattwoche.

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