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Wer spendet im Isenhagener Land etwas Zeit für Kinder?

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Von: Holger Boden

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Marianka von Magnis, Annette Meyer-Kassner und Britta Schrader stehen vor dem Büro des Freiwilligenzentrums in Wittingen.
Hoffen auf Bewerbungen von Familienbegleitern: Marianka von Magnis (v.r.), Annette Meyer-Kassner und Britta Schrader, die für das Freiwilligenzentrum arbeitet, vor dem Büro an der Langen Straße 18. © Boden, Holger

Wenn in Familien durch eine für Anspannung sorgende Kombination aus Beruf, Haushalt, Krankheit oder Pflege die Kinder zu kurz kommen, dann sollen freiwillige Helfer ihnen eine sinnvolle Freizeitgestaltung bieten und damit für Entlastung sorgen – das ist der Grundgedanke hinter dem Projekt „Zeit für Kinder – Familienbegleiter“, bei der der DRK-Kreisverband und das Freiwilligenzentrum zusammenarbeiten.

Wittingen/Gifhorn – Die Suche nach solchen Menschen läuft im Gifhorner Südkreis recht gut, im Nordkreis hingegen fehlt es an Bewerbungen.

Annette Meyer-Kassner, Leiterin des Familienbüros beim DRK, und Marianka von Magnis, die das Freiwilligenzentrum im Nord- wie im Südkreis leitet, würden das gern ändern. Denn der Bedarf ist da. Beide wissen: Wenn in einer Familie der Fokus sehr auf einem Kind liegt, das möglicherweise krank oder behindert ist, wenn ein Elternteil an Depressionen leidet, wenn es Stressfaktoren gibt, die einen normalen Alltag erschweren – dann kann ein (Geschwister-)Kind schon mal im Schatten stehen.

Bei der Suche nach Familienbegleitern geht es nicht um Fälle, bei denen die Schwierigkeiten professionelle Hilfe erfordern. Die Freiwilligen sollen vielmehr präventiv helfen, indem sie den Kindern im Alltag eine schöne Zeit schenken – mit Spielplatz- oder Schwimmbad-Besuchen, einem Abstecher in die Bücherei, mit Vorlesen oder einem Aufenthalt in der Eisdiele. Auch Unterstützung bei schulischen Dingen ist denkbar.

Marianka von Magnis weiß, dass das für beide Seiten eine Win-Win-Situation sein kann: „Im Südkreis geht ein Familienbegleiter mit einem Kind regelmäßig zum Fußballtraining. Das erfüllt ihn selbst mit Freude.“ Wenn Eintrittsgelder oder Eisbecher bezahlt werden müssen, dann können diese erstattet werden – Spendengelder von United Kids Foundations (Kindernetzwerk der Volksbank BraWo) sind das finanzielle Fundament des Projekts.

Die Freiwilligen sollten Spaß am Umgang mit Kindern haben, müssen aber keine pädagogischen Qualifikationen mitbringen. „Vermittelt werden Personen, die zueinander passen und sich auf Augenhöhe begegnen“, sagt Meyer-Kassner.

Natürlich gehört viel Vertrauen dazu, ein Kind in die Obhut eines anderen Menschen zu geben. Laut Meyer-Kassner und von Magnis werden die Freiwilligen auf ihre grundsätzliche Eignung geprüft und müssen ein Führungszeugnis vorlegen. Für die Familienbegleitung werden vom Freiwilligenzentrum Infoveranstaltungen und Schulungen angeboten. „Und wir bleiben mit den Freiwilligen in Kontakt und lassen sie nicht allein“, betont von Magnis, der bewusst ist, dass bei der Begleitung auch Fragen auftauchen können. Gleichwohl ist sie wie Meyer-Kassner überzeugt: „Das ist ein großer Gewinn für alle Beteiligten.“

DRK und Freiwilligenzentrum würden sich besonders über Bewerbungen jüngerer Menschen freuen, generell sind aber alle Freiwilligen zwischen 18 und 99 Jahren als Familienbegleiter/innen willkommen. Ein Zeugnis über die Tätigkeit kann ausgestellt werden.

Familien, die solche Unterstützung benötigen, wenden sich an das Familienbüro Stadt und Landkreis Gifhorn, (05371) 804440, familienbuero@drk-gifhorn.de. Wer Familienbegleiter/in werden möchte, kontaktiert das Freiwilligenzentrum unter (0151) 46686975 oder per Mail an freiwilligenzentrum@dachstiftung-diakonie.de.

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