Fahrgast übt Kritik / Erixx: Zugausfälle auf Linie RB 47 „sind Einzelfälle“

Wenn der Zug nicht kommt

Kein Zug und keine Informationen: Ein Wittinger Fahrgast übt Kritik an Ausfällen, mangelnder Information und mangelnder Wartung. Die zuständigen Stellen sprechen von Einzelfällen.
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Kein Zug und keine Informationen: Ein Wittinger Fahrgast übt Kritik an Ausfällen, mangelnder Information und mangelnder Wartung. Die zuständigen Stellen sprechen von Einzelfällen. 

Wittingen. Ein Zug nach Braunschweig rollt in Wittingen nicht wie vorgesehen ein, Informationen über den Ausfall erreichen die wartenden Fahrgäste nicht, und der Folgezug kommt erst mit 15-minütiger Verspätung.

Das hat ein IK-Leser am 28. September erlebt und sich beim Betreiber der Strecke, Erixx, beschwert. „20 bis 25 Leute warteten vergebens“, sagt der Wittinger. Zugausfälle, so sein Eindruck, gebe es häufiger. Das Unternehmen bestätigt die Probleme an dem Morgen – es handele sich aber um kein strukturelles Problem wie etwa vor einigen Jahren, als ein Mangel an Lokführern herrschte.

Bei dem Zug, der am 28. September um 6.42 Uhr Wittingen in Richtung Süden verlassen sollte, habe es eine Motorstörung gegeben, berichtet Erixx-Sprecher Björn Pamperin auf IK-Anfrage. Deshalb sei in Bad Bodenteich Endstation gewesen. Pamperin: „Züge, die aufgrund einer technischen Störung nicht weiterfahren können und abgeschleppt werden müssen, sind Einzelfälle.“

Beim Braunschweiger Regionalverband, der für den ÖPNV zuständig ist, räumt man ein, dass es für die Fahrgäste ärgerlich sei, dass am Bahnhof keine Infos ankamen. „Der Grund war nach unseren Informationen ein Problem der Schnittstelle zwischen dem Auskunftssystem von Erixx und dem Anzeiger am Bahnsteig von DB Station & Service“, so Regionalverbandssprecherin Gisela Noske.

Die Pünktlichkeit der Züge im so genannten Diesel-Netz Süd-Ost II (DINSO II, Strecken im Dreieck Hannover-Goslar-Wittingen) hat sich laut Noske im laufenden Kalenderjahr bislang leicht verbessert. Bis August sei eine Pünktlichkeitsquote von 90,21 Prozent verzeichnet worden, das heißt, rund 9 von 10 Zügen hatten maximal 5 Minuten Verspätung. 2017 lag die Quote bei 89,95 Prozent. Die von Erixx bediente Regionalbahn 47 (Uelzen-Wittingen-Braunschweig) liege mit 91,36 Prozent noch etwas besser als der DINSO-II-Durchschnitt. Übliche Ursachen für Verspätungen auf dieser Strecke seien deren Eingleisigkeit sowie Störungen an Übergängen und Leit- und Sicherungsanlagen.

Derselbe IK-Leser stellte am 20. August fest, dass er in dem Triebwagen, in den er um 6.42 Uhr einstieg, auch am Vortag gesessen hatte, als er Braunschweig um 15.38 Uhr verließ – er habe die defekte Bordtoilette, die kaputte Einstiegstür und den überquellenden Müllbehälter sofort wiedererkannt. Ein Bild, das sich ihm auf seinen Fahrten mehrfach geboten habe, wie er in seiner Beschwerde an Erixx schreibt.

Dazu erklärt Erixx-Sprecher Pamperin, dass die Züge täglich (in der Regel abends) gereinigt werden. Es könne aber Umstände geben, die verhindern, dass ein Zug zu seinem Ausgangsort zurückkehrt und nachts außerplanmäßig woanders abgestellt wird. Dann komme es nicht zu einer Reinigung. Solche Fälle seien „insgesamt selten“.

Pamperin verweist aber auch darauf, dass es am 19. August, einem Sonntag, gar keine Abfahrt um 15.38 Uhr aus Braunschweig gegeben habe – diese Verbindung fahre nur montags bis donnerstags. Dazu meint der Wittinger, er habe sich eventuell im Datum geirrt, bleibe aber grundsätzlich bei seiner Kritik: Störungen seien „an der Tagesordnung“, gerade diese Woche habe er in einem unbeheizten Wagen gesessen.

Von der Landesnahverkehrsgesellschaft heißt es zu den vom Fahrgast geschilderten Mängeln, dass es strukturelle, also häufigere Probleme mit defekten WCs und Türen „bei den Zügen auf der RB 47 nicht gibt“.

Von Holger Boden

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