Tückische Lungenkrankheit COPD: Wittinger gründet Selbsthilfegruppe

Wenn die Luft wegbleibt

Peter Hampel will Leidensgenossen helfen. Foto: Boden

Wittingen. Peter Hampel kennt das Gefühl, wenn die Luft wegbleibt, nur zu gut. „Dann kommt die Panik“, sagt der Wittinger.

Hampel ist einer von – nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO – 6,8 Millionen Deutschen, die an COPD leiden. Eine chronische Lungenkrankheit, die nicht heilbar ist. Eine Krankheit, die weltweit auf Platz 4 der führenden Todesursachen steht.

Atemnot, permanent verschleimte Bronchien, und dann eines Tages das plötzliche Gefühl, zu ersticken: COPD ist besonders tückisch, wenn es nicht rechtzeitig erkannt wird. Hampel hat für den Fall der Fälle immer Cortison bei sich. „Falls ein Anfall kommt.“ Mehrere Sprays gehören zu seiner täglichen Ausrüstung, einige nimmt er regelmäßig, andere bei Bedarf.

Auch wenn noch kein Heilmittel gefunden ist: Ein frühes Erkennen kann das Fortschreiten der Krankheit aufhalten und die Lebensqualität erheblich verbessern. Das ist einer der Gründe, warum Hampel jetzt die COPD-Selbsthilfegruppe Wittingen-Bad Bodenteich gründen will. Der Austausch über Therapiemaßnahmen und persönliche Kontakte sollen helfen, Tipps für den Umgang mit der Erkrankung zu bekommen, sollen stärken, sollen gegebenenfalls gegen Vereinsamung helfen.

Rauchen gilt als nicht der einzige, aber doch wesentliche Risikofaktor für eine Erkrankung an COPD. „Im Nachhinein leide ich wohl schon seit 30, 40 Jahren daran“, sagt Hampel. „Ich habe viel geraucht.“ Vor fünf Jahren kam von seinem Arzt das deutliche Signal: aufhören. Doch das Kind war schon in den Brunnen gefallen. Vor drei Jahren die Diagnose durch einen Lungenarzt: COPD.

In Wittingen hat Hampel keine geeigneten Räumlichkeiten gefunden. Die Selbsthilfegruppe trifft sich daher jeden zweiten Montag im Monat in der Bodenteicher Seeparkklinik. Geplant sind auch Vorträge oder Gesprächsrunden mit Fachärzten, Therapeuten und anderen Experten. Das erste Treffen findet am kommenden Montag, 14. Mai, um 19 Uhr in der Seeparkklinik statt. Die Gruppe gehört zur bundesweit agierenden Patientenorganisation Lungenemphysem-COPD Deutschland. Kontakt: Peter Hampel, (05831) 6919570; Richard Germer, (05832) 399437.

Von Holger Boden

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