Leitungsprobleme in Glüsingen, Darrigsdorf und Wollerstorf / Telekom: Störung jetzt behoben

Wenn das falsche Telefon klingelt

Petra Schulze mit ihren Kindern Ann-Sophie und Jan-Christoph war gestern noch aufs Handy angewiesen. Bei ihrem Nachbarn Heinz Bohne war die Telefonstörung bereits behoben. Foto: Boden

Wollerstorf/Darrigsdorf/Glüsingen. Im nordwestlichen Stadtgebiet von Wittingen kam es zuletzt offenbar immer wieder zu massiven Störungen des Telefonnetzes.

Die Kunden richten inzwischen bange Blicke gen Himmel – denn die Probleme hängen nach IK-Recherchen mit einer porösen Hauptleitung zusammen. Eindringende Feuchtigkeit hat dazu geführt, dass mitunter in Darrigsdorf, Wollerstorf und Glüsingen die Telefone ausfielen.

Manchen Leitungsproblemen seien in der Tat starke Regengüsse vorausgegangen, sagt der Darrigsdorfer Dieter Laxa, der wegen der Angelegenheit bereits auf einen „regen Schriftwechsel mit der Telekom“ verweisen kann und herausgefunden hat, dass die Arbeiten vor Ort in der Regel von Fremdfirmen im Auftrag des Kommunikationskonzerns erledigt werden. Zuletzt hat er von Dritten gehört, dass eine komplett neue Leitung liegen soll. Alles in Ordnung also? „Das wurde mir schon mehrfach gesagt“, meint Laxa.

Und es schien bis gestern auch tatsächlich nicht alles in Ordnung zu sein. Eine, die nach eigenen Angaben nach wie vor betroffen ist, ist die Wollerstorferin Petra Schulze. Sie habe seit 13. Oktober keine dauerhaft funktionierende Telefonleitung, ihre Tochter habe in diesem Zeitraum im Internet keine Recherche für die Schule erledigen können.

Schulze hat inzwischen täglich Kontakt mit der Telekom. Aus Gesprächen mit Nachbarn, mit Darrigsdorfern und mit Glüsingern hat sie entnommen: Manche haben jeden Tag Probleme, andere nur zeitweise, wieder andere gar nicht. Sie selbst habe kürzlich bemerkt, das ausgehende Gespräche ihres Haushaltes zeitweilig über die Nummer eines Glüsinger Anschlusses liefen. Bei einem anderen Glüsinger seien Telefonate angekommen, die eigentlich für einen Wittinger Einzelhändler gedacht gewesen seien.

„Absolutes Chaos“, meint Schulze, und ihr Nachbar Heinz Bohne nickt zustimmend, auch wenn bei ihm die Leitung seit kurzem wieder funktioniert. Offenbar, so die Beobachtung in Wollerstorf, machen die Nummern mit sechs Ziffern mehr Probleme als die drei- oder vierstelligen. Schulze ist für die Außenwelt derzeit über eine Rufumleitung auf ihr Handy erreichbar.

Angefangen hatten die Störungen bereits im November 2010, das berichten Schulze und Laxa übereinstimmend. Der Darrigsdorfer hat auch im August und September dieses Jahres „mehrere Ausfälle“ registriert. Für ihn als Selbstständigen wie auch für andere Gewerbetreibende seien die Probleme „auch eine geschäftliche Belastung“.

Inzwischen hat das kaputte Kabel auch das Rathaus auf den Plan gerufen. Laut Andreas Ritter vom Fachbereich Organisation und Ordnung ging vor zwei Wochen ein Schreiben an die Telekom raus, in dem die Verwaltung „um Abhilfe“ bittet. Die Stadt warte derzeit noch auf Rückmeldung.

Der Telekom-Sprecher für die Region Nord, Lorenz Steinke, sagte derweil gestern Nachmittag auf IK-Anfrage, das Problem „sollte nun erledigt sein“. Er bestätigte die Störungen durch Feuchtigkeit, wodurch es zu so genannten „Übersprüngen“ komme – es klingelt dann im falschen Haushalt. Mittlerweile seien 180 Meter eines Hauptkabels ausgetauscht worden, Techniker seien gestern Nachmittag mit „Restarbeiten“ beschäftigt gewesen.

Von Holger Boden

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