Katharina von Boras und Martin Luthers Liebesgeschichte in der Wittinger St. Stephanuskirche

Wenn Engel lachen

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Gernot Blume (v.l.), Miriam Küllmer-Vogt und Michael Kusterer-Trenkle (Technik) begeisterten am Samstag in der St. Stephanuskirche.

Wittingen. Eine historische Liebesgeschichte verzaubert die Zuschauer in der St. Stephanuskirche Wittingen.

:Anlässlich des 500. Reformationstags im nächsten Jahr organisierte die evangelisch-lutherische Kirchenkreisfrauenarbeit Nord aus dem Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen am Samstagabend das Kammer-Musical „Wenn Engel lachen – Die Liebesgeschichte(n) der Katharina von Bora. “ Miriam Küllmer-Vogt vom „Theater Zauberwort“ stellte auf minimalistischer Bühne mit Witz und Leidenschaft die Liebesbeziehung zwischen Katharina und Martin Luther, eng an den historischen Fakten angelegt, dar.

Punkt 19 Uhr begann das Stück. Gernot Blume, der am gesamten Abend Küllmer-Vogt musikalisch am Klavier begleitete, sang das Eingangslied „Lieber Herr Käthe“, wie Luther seine Frau in seinen Briefen nannte. Dann trat Küllmer-Vogt als einzige Darstellerin auf die Bühne. Im Dialog mit imaginären Personen, symbolisiert durch einen leeren Stuhl oder als Bild auf einer Staffelei, sang, weinte und lachte Küllmer-Vogt als Katharina von Bora über die ganze Spielfläche und führte die Zuschauer so in das Wittenberg von 1524.

„Herr Käthe“, wie Luther seine Frau liebevoll nannte, bekommt von ihm einen Brief.

Als entlaufende Nonne trat Katharina von Bora in die Dienste des Malers Lukas Cranach ein. Dort traf sie auf Martin Luther, der für ein Porträt Modell stand. Eine Liebe zwischen den beiden existierte noch nicht. Luther war an Katharinas Freundin Ava interessiert, während Katharina selbst für kurze Zeit mit dem Nürnberger Patriziersohn Hieronymus Baumgartner verlobt war. Dessen Eltern aber waren strikt gegen diese Verbindung. Mutig fragte Katharina deswegen den Reformator, ob er einen Brief an die Eltern Baumgartners schreiben könnte, in dem er wohlwollend vermitteln sollte. Dafür würde Katharina ein gutes Wort für ihn bei ihrer Freundin Ava einlegen. Beide Zusammenführungen schlugen fehl.

Als Luther dann Kaspar Glatz als Heiratskandidaten für Katharina vorschlug, antwortete diese empört: „Da nehme ich lieber Euch!“ Dies geschah auch zuletzt. Obwohl anfangs eher eine Zweckgemeinschaft, merkten beide bald, dass „Liebe nicht berechnet werden kann.“

„Katharina von Bora war eine starke Frau, die geholfen hat, die Welt zu verändern. Sie war bodenständig, pragmatisch, sah, was zu tun ist und tat es einfach“, kommentierte Küllmer-Vogt, die mit ihrem Musical die Zuschauer unterhalten und Mut machen möchte, Dinge in Angriff zu nehmen.

Mit 80 Besuchern war die die Zuschauerresonanz an diesem Abend nicht so hoch, wie man es sich erhofft hatte, sodass die Kosten für die Aufführung nicht komplett gedeckt werden konnten. Die Differenz wird von der Kirchengemeinde und dem Kirchenkreis übernommen.

Von Ann-Catrin Brey

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