Neue Erhebung zum Wittinger Einzelhandel: Zahl der Leerstände seit 2008 erhöht

Weniger Läden, mehr Ladenfläche

Besonders die Junkerstraße ist in Wittingen Leerstands-Zone. Archivfoto: Boden

Wittingen. Weniger Betriebe, mehr Leerstände, aber auch mehr Verkaufsfläche – das sind Eckpunkte der Entwicklung des Einzelhandels in Wittingen zwischen 2008 und 2011.

Die Zahl der Geschäfte ist in diesem Zeitraum von 112 auf 104 gesunken, die der Leerstände hat sich von 52 auf 62 erhöht.

Standort Bahnhofstraße: Seit dem Umzug einiger Läden an die Knesebecker Straße ist hier nur wenig Nachnutzung erfolgt. Foto: sp

Zu finden sind diese Zahlen in der Fortschreibung des Einzelhandelsentwicklungskonzeptes, das das Büro Stadt+ Handel im Auftrag der Stadt vorgelegt hat. 2008 war das Jahr, in dem das Einkaufszentrum an der Knesebecker Straße auf den Weg gebracht wurde – einer der Gründe für ein Update der damaligen Erhebung. Die Einzelhandelsexperten von Stadt+Handel stellen keinen allgemeinen kausalen Zusammenhang zwischen dem EKZ und neuen Leerständen her, in einigen Fällen ist er jedoch offensichtlich. So hat sich die Verkaufsfläche im Innenstadtbereich – zu dem per Definition auch das EKZ gehört – von 2008 bis 2011 von 6100 auf 10200 Quadratmeter erhöht. Gleichzeitig ist sie in der „gewachsenen Innenstadt – der Altstadt also – um 500 Quadratmeter geschrumpft, auf jetzt 5600 Quadratmeter. Dies führt Stadt+Handel vor allem auf den Rossmann-Umzug zurück.

Standort Bahnhofstraße: Mit dem zu erwartenden Aldi-Umzug droht hier der nächste Leerstand. Archivfoto: Boden

In der Altstadt gab es 2011 noch 44 Betriebe (2008: 48). Dort befinden sich nach den neuesten Zahlen 43 Prozent der Einzelhandelsbetriebe – und 25 Prozent der Leerstände. Inzwischen dürften die Zahlen schon wieder überholt sein, denn seit 2011 hat es neue Leerstände und Nachnutzungen gegeben. In Knesebeck sank die Zahl der Geschäfte von 15 auf 12. Die Gesamtverkaufsfläche im Stadtbereich wuchs von 2008 bis 2011 von 35 200 auf 37 400 Quadratmeter. Macht eine Verkaufsfläche von 3,16 Quadratmeter pro Einwohner (2008: 2,87), was deutlich über dem Bundes-Schnitt von 1,4 liegt. Doch immerhin: Das Geld bleibt in der Stadt. Die Wittinger, deren Kaufkraft ziemlich genau im Bundesdurchschnitt liegt, kaufen hier vor allem ihre Waren des täglichen Bedarfs, aber beispielsweise auch ihre Fahrräder, ihr Kfz-Zubehör und, so Stadt-Handel, ihre Waffen (hier geht es wohl um den Jagd- und Angelbedarf). Starker Kaufkraftabfluss ist hingegen im Bereich Möbel/Teppiche zu verzeichnen – nur 22 Prozent des Budgets für solche Waren bleiben in Wittingen.

Insgesamt hat das Büro einen Einzelhandelsumsatz von 74,5 Millionen Euro brutto ermittelt. Wittingen bindet dabei auch Kaufkraft aus anderen Orten. Stadt-Handel kommt zu dem Schluss, dass das EKZ in dieser Hinsicht „eher bedingt überörtliche Bedeutung“ entfaltet.

Von Holger Boden

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