„Zu welchem Familienzweig gehörst Du?“

Etwa 100 Nachfahren von Frederike und Friedrich Schulze kamen am Wochenende nach Tülau.

Tülau - Von Stephanie Raute. Zu einem großen Familientreffen der „ganz besonderen Art“ hatten am Wochenende Marion und Christian Meyer aus Tülau gebeten. Mit rund 120 Angehörigen hatten beide gerechnet, am Ende waren es dann 100, die auf den Hof in Tülau gekommen waren. Von Hamburg bis Erfurt hatten sich Angehörige ausfindig machen lassen und ihre Teilnahme zugesagt.

Den Grundstein für dieses Treffen hatten allerdings die Vorfahren von Christian Meyer Anfang des letzten Jahrhunderts gelegt. Um 1901/1902 baute Friedrich Schulze, der vorher in Voitze schon ein Sägewerk betrieben hatte, zusammen mit seiner Frau Frederike das Haus.

Der Grund und Boden, auf dem das Haus heute steht, hatte zuvor zum Rittergut derer von Weyhe gehört. Und war bis in die achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts landwirtschaftlich genutzt worden.

Hier bekamen Schulzes damals 14 Kinder, zwei starben früh, die restlichen Nachkommen legten sozusagen den Grundstein für das Treffen, das nun auf dem Hof stattfand, denn viele ihrer Nachkommen kamen zusammen.

Viele der Verwandten sahen sich zum ersten Mal und so gab es bei Kaffee und Kuchen jede Menge Gesprächsstoff. Zudem lag am Eingang der Scheune ein Hefter mit alten Familienfotos aus, auf denen sich der eine oder andere wiedererkennen konnte.

Die Altersspanne der Besucher des Familientreffens in Tülau reichte vom sechs Monate alten Säugling bis zum Achtzigjährigen.

Während die jüngeren ihren Spaß auf der Hüpfburg oder beim Bobbycarrennen hatten, studierten die älteren den Stammbaum der Familie, der an einer Wand angebracht war. Zum leichteren Kennenlernen hatten alle Teilnehmer bei der Ankunft einen Button erhalten, der kund tat, zu welchem Zweig der Familie man gehörte und wie man selbst hieß.

„Kleinere Treffen unter den Cousinen und Cousins hatte es in der Vergangenheit schon häufiger gegeben“, berichtete Harald Harms, der die Ahnentafel erstellt hatte und mit einer Nachfahrin von Friedrich und Frederike verheiratet ist. In rund vierzig Jahren Forschung hatte er die Ahnenreihe bis zu einem Vorfahren ins Jahr 1175 zurückverfolgen können, der damals Ratsherr in Lüneburg war.

Die Idee das Treffen dann in größerer Form stattfinden zu lassen, sei auf Grundlage der letzten zehn Jahre Familienforschung vor zwei Jahren entstanden, so Harms. „Es bildete sich ein Organisationsteam und über die Cousins und Cousinen wurden alle Angehörigen angeschrieben“, berichtete Christian Meyer. Insgesamt waren von vier noch lebenden Generationen drei vertreten und genossen das Treffen sichtlich.

„Es war ein schöner Tag, an dem man Menschen treffen konnte, die man lange nicht gesehen hat“, so Heike Hornig.

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