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Mehr Megawatt aus dem Wittinger Stadtgebiet

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Von: Holger Boden

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Eine Windkraftanlage ragt in den blauen Himmel, während eine weiße Wolke vorüberzieht.
Windräder sollen bei Teschendorf westlich des Ortes aufgestellt werden. Die Stadt Wittingen treibt die Bauleitplanung voran. © Daniel Maurer / dpa

Wittingen – „Jede Kilowattstunde zählt“ – der Satz ist in der gegenwärtigen Energiekrise zum geflügelten Wort geworden. In der Stadt Wittingen sollen jetzt die Voraussetzungen für reichlich zusätzliche Megawattstunden geschaffen werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft will am kommenden Montag, 4. Juli, die Bauleitplanung absegnen, die die Vorbedingung für neue Windräder in Lüben, Stöcken, Suderwittingen, Teschendorf und Vorhop darstellt.

Dabei geht es um den Feststellungsbeschluss für die Änderung des Flächennutzungsplanes. Mit ihr passt die Stadt ihre Bauleitplanung an das Raumordnungsprogramm an, das der Braunschweiger Regionalverband 2019 nach fast zehn Jahren Planung verabschiedet hatte – auch schon wieder drei Jahre her. Teil des F-Plans ist auch die Fläche für den Windpark Boitzenhagen, doch in diesem Fall kommt der formelle Beschluss freilich bestenfalls nachträglich. Die Anlagen laufen bekanntlich schon längst.

Abzuwarten bleibt, wie die Politik sich zu der F-Plan-Änderung positioniert. Denn bislang ist nicht bekannt, dass die Bedenken der Bundeswehr angesichts der Planungen bei Stöcken (das IK berichtete) ausgeräumt sind. Auch für andere Wind-Standorte hatte das Militär im Beteiligungsverfahren mögliche Einschränkungen in Aussicht gestellt, weil die Windräder Tiefflugtrassen für Hubschrauber beeinträchtigen könnten.

Während ein Flächennutzungsplan die allgemeinen Planungsziele festlegt, findet – auf dieser Basis – eine konkrete Beschreibung der Vorgaben für einzelne Projekte durch Bebauungspläne statt. Um diesen Schritt geht es am Montag für zwei der geplanten Windparks bzw. Windpark-Erweiterungen. Allerdings werden die Bebauungspläne an sich noch nicht beschlossen, zur Diskussion steht lediglich ein Beschluss über die öffentliche Auslegung der Entwürfe. In deren Rahmen können Bürger dann Einwände oder Anregungen zu den Plänen vorbringen.

Am Montag geht es zum einen um den Windpark Teschendorf, wo das Unternehmen „Energiequelle“ fünf Anlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils 200 Metern plant. Auf seiner Homepage geht es von einer Inbetriebnahme im vierten Quartal 2023 aus. Eine BI kämpft gegen dieses Vorhaben.

Zum anderen steht ein Bebauungsplan zur Debatte, mit dem die Errichtung eines einzelnen neuen Windrads zwischen Suderwittingen und Ohrdorf planungsrechtlich abgesichert werden soll. In dem Bereich rund 400 Meter südlich der Bundesstraße soll eine Anlagenhöhe von bis zu 220 Metern zugelassen werden.

Klar ist aufgrund der noch ausstehenden Planungsschritte: Der Strom aus den neuen Windparks wird – mit Ausnahme von Boitzenhagen – nach all diesen Jahren der Planung noch länger nicht die deutschen Bemühungen um mehr Energie-Autarkie unterstützen.

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