An der geplanten Strecke über Suderwittingen scheiden sich die Geister

Weiter Zank um Draisinenfahrten

Werden die Draisinen über Suderwittingen fahren? Ob es dazu kommt, ist noch nicht geklärt.
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Werden die Draisinen über Suderwittingen fahren? Ob es dazu kommt, ist noch nicht geklärt.

Suderwittingen – Beim Thema Draisinenfahrten von Wittingen über Suderwittingen nach Ohrdorf scheiden sich die Geister. Nachdem das IK zu dem Thema bereits berichtet hat, meldeten sich Ratsherr Walter Schulze (Ohrdorf) und Friedrich O. Winkelmann zu dem Thema.

Schulze verweist im IK-Gespräch darauf, dass die bisherige Darstellung in seinen Augen nicht ganz richtig sei.

Denn das Ganze sei noch lange nicht in trockenen Tüchern, als Arbeitsgrundlage soll eine Studie dienen. Genau dies wurde auch im Protokoll des Wirtschaftausschusses festgehalten. Die Machbarkeitsstudie wird von der Firma CIMA Beratung + Management aus Hannover übernommen. Einer Teststrecke von der Kakerbecker Straße bis zum Bahnhof ist Schulze nicht abgeneigt, verweist jedoch auch auf einige Probleme, die seiner Meinung nach auftreten können: „Der Radweg an der Bundesstraße ist noch mit einem Fragezeichen verbunden.“ Und die Position der CDU zu dem Thema sei klar, erklärt Schulze, der mittlerweile zur BA gehört: Der Radweg habe Priorität. Kann dieser nicht an der Bundesstraße gebaut werden, rückt die OHE-Trasse für dieses Projekt in den Fokus. Auch liege es an den Interessenten der Draisinenfahrten, ein Konzept zu entwickeln.

Ebenfalls problematisch sieht Schulze den Bahnübergang in Suderwittingen. Denn dieser wurde für die Anwohner – insbesondere ältere Menschen und diejenigen, die auf einen Rollator angewiesen sind – eingeebnet. „Der Bahnübergang müsste dann wieder zurückgebaut werden.“ Das sehe er kritisch.

„Draisine ist doch kein Dampfross“

Friedrich O. Winkelmann vom Förderverein Ohretalbahn wehrt sich indes gegen die Kritik von Suderwittingens Ortsvorsteher Carsten Dreblow, Wilfried Lampe und Landwirt Christian Stucke. So böten die Draisinenfreunde ehrenamtliche Arbeit an. Winkelmann: „Es ist kaum zu glauben. Die Draisine ist doch kein Dampfross.“ Dennoch werde sie beargwöhnt. „Wir schreiben nicht das Jahr 1835, als die Bedenkenträger gegen die ersten Fahrten der Eisenbahn Nürnberg – Führt kämpften.“

Dass Vermüllung durch die Draisinen drohe, weist Winkelmann zurück. Der Müll sei mancherorts schon da. Die Draisinenfreunde beseitigten ihn anlässlich der Grünschnittarbeiten jedoch.

Mit Blick auf das Thema Ausgleichsfläche erklärt Winkelmann: „Sogenannte Ökokonten (flickenartige Grundstücksanhäufung in anderen Gemarkungen verstreut, Anm. d. Red.) mögen kurzfristig helfen, lösen aber das grundsätzliche Problem der Versiegelung der Landschaft nicht.“ Fortschrittlich seien Bauleitplanungen, die die Ausgleichsfläche bereits im Baugebiet ausweisen.

Der Wunsch nach einem Radweg werde seit Jahrzehnten verbal und kraftlos dahergesagt und -geträumt. Die Forderung ignoriere die gesetzliche Realität der Finanzierung. Erst wenn der Straßenbaulastträger für die Erstellung und Unterhaltung eines Radwegs auf einer entwidmeten Bahnstrecke gesetzlich zuständig sei, könne aus dem Traum Wirklichkeit werden. Die Argumente gegen die Draisinenfahrten sind laut Winkelmann daher nicht konstruktiv.

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