Das Fest wird im Isenhagener Land entweder feucht-mild oder trocken-kalt

Weiße Weihnacht vom Tisch

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Großes Geschnatter am Wittinger Junkerteich: Diese Enten werden auch in den Tagen um Heiligabend noch genügend Futter finden, denn Schnee ist vorerst nicht in Sicht.

Isenhagener Land. Den Traum von einer weißen Weihnacht müssen wir in diesem Jahr wohl vorzeitig begraben.

Eingebettet in eine straffe westliche Höhenströmung ziehen seit Anfang Dezember in rascher Folge Tiefdruckgebiete, teilweise auch Sturm- oder Orkantiefs, aus dem Seegebiet zwischen Grönland und Neufundland Richtung Europa. Sie halten den Zustrom milder atlantischer Luftmassen derzeit noch aufrecht.

Damit steht der Beginn des meteorologischen Winters in diesem Jahr in krassem Gegensatz zum Vorjahr, als Mitteleuropa fast den ganzen Dezember über in arktischer Kaltluft zitterte. Bis auf wenige Tage lag damals im nordöstlichen Niedersachsen eine geschlossene Schneedecke, so dass von Heiligabend bis zum zweiten Weihnachtstag das Christkind auf 15 Zentimeter der weißen Pracht bequem mit dem Schlitten vorfahren konnte.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Der Traum von einer „weißen Weihnacht“ (Definition: geschlossene Schneedecke vom 24. bis zum 26. Dezember) geht zwischen Aller und Elbe durchschnittlich nur etwa zweimal in zehn Jahren in Erfüllung. Nach einem oftmals winterlichen Intermezzo kurz vor dem Fest folgt in den meisten Jahren genau zu den Feiertagen ein Vorstoß milder Atlantikluft nach Mitteleuropa, der das ungeliebte „Weihnachtstauwetter“ einleitet.

Wie geht es nun aktuell mit dem Winter im Isenhagener Land weiter? Auf der Rückseite des heute über Norddeutschland hinweg tobenden Sturmtiefs „Joachim“ ist erst einmal Schluss mit dem milden Wetter. Ab dem vierten Adventswochenende steht uns in etwa bis zur Wochenmitte ein Hauch von Winter ins Haus. Schnee-, Schneeregen- oder Graupelschauer können zumindest zeitweise für eine weiß gepuderte Landschaft sorgen.

Beim Weihnachtswetter lässt sich Mutter Natur immer noch nicht genau in die Karten schauen. Nach den derzeitigen Prognosen der führenden Wetterdienste sind derzeit im Wesentlichen zwei gegensätzliche Varianten im Spiel. Die eine setzt erneut auf mildes Westwindwetter, die andere auf eine Komplettumstellung der Großwetterlage zu eisigen Ostwinden.

Wie die Sache am Ende ausgeht, hängt in beiden Fällen vom Verhalten eines sich vom Ostatlantik nähernden Hochdruckgebietes ab. Bleibt es mit seinem Kern vor Westeuropa hängen, wird uns über die Feiertage mildes Schmuddelwetter mit Regen oder Sprühregen heimsuchen. Nimmt das Hoch jedoch Tuchfühlung zu einem Partner über Nordosteuropa auf, kann uns beim Weihnachtsspaziergang ein frostiger Ostwind rote Nasen und Ohren bescheren. Dass dabei auch romantisch die Flocken rieseln, ist wegen der trockenen Luft nicht zu erwarten.

So wird Knecht Ruprecht diesmal wohl wieder durch einen grünen Winterwald zur Bescherung stapfen müssen. Doch bekanntlich stirbt die Hoffnung ja zuletzt. Nicht selten treffen sich unterschiedliche Wettermodelle nach einigen Tagen irgendwo in der Mitte – wir müssen nur noch etwas Geduld haben.

Von Reinhard Zakrzewski

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