Stadt zieht Konsequenz aus Pandemie

Wittingen sagt die Osterfeuer ab

Besucher des Knesebecker Osterfeuers bei Schneefall.
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Stürmische Zeiten für Osterfeuer: Dieses Jahr fallen die Brauchtums-Veranstaltungen im Wittinger Stadtgebiet erneut aus.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Wittingen – Die Stadt Wittingen sagt die Osterfeuer für dieses Jahr ab. Die Kommune zieht damit frühzeitig die Konsequenz aus der anhaltenden Pandemie-Situation, die Anfang April nicht vorbei sein dürfte.

Das Wort „Osterfeuer“ fällt gar nicht in der Allgemeinverfügung, die die Stadt jetzt veröffentlicht hat – es geht um die „Abwehr von Gefahren durch Lager- und Brauchtumsfeuer“. Doch natürlich ist klar, was damit gemeint ist. Ab sofort und bis zum 30. April dürfen Lager- und Brauchtumsfeuer – in die zweite Kategorie fallen die Osterfeuer – in den 25 Orten des Stadtgebiets nicht entzündet werden.

Damit sollen zum einen die Feuerwehren keinen unnötigen Belastungen ausgesetzt werden. Offene Feuer, so die Argumentation der Stadt, würden die Gefahrenlage generell verschärfen, und das sei vermeidbar. Zum anderen sollen unter den gegebenen Umständen auch keine Menschenansammlungen, wie sie Osterfeuern nun einmal eigen sind, stattfinden. In der Abwägung sieht die Kommune ein größeres öffentliches Interesse in der Pandemiebekämpfung und der Erhaltung der Einsatzfähigkeit der Feuerwehren als in der Durchführung von Brauchtumsfeuern.

Mit der städtischen Feuerwehr ist das alles abgesprochen, sagt Stadtbrandmeister Heinrich Kruse. Es gehe auch darum, jetzt mit einer frühzeitigen Absage zu verhindern, dass in den Orten größere Mengen aus Strauchwerk und Ästen gesammelt werden: „Es ist besser, keine Erwartungen zu wecken, bevor die Haufen auf den Äckern liegen.“

Natürlich sei es schade für die Ortswehren oder Jugendwehren, unter deren Ägide die Osterfeuer sonst stattfinden, sagt Kruse. Aber Veranstaltungen mit erfahrungsgemäß bis zu 200 oder 300 Besuchern seien unter Corona-Bedingungen auch schlicht nicht darstellbar: „An die Allgemeinverfügung müssen wir uns halten. Für die Feuerwehren ist das in Ordnung.“

Die Osterfeuer fallen damit im zweiten Jahr in Folge der Corona-Krise zum Opfer. Wer sich darauf eingestellt hatte, bei der Gelegenheit alte Sträucher loszuwerden, der wird von der Stadt daran erinnert, dass das Verbrennen pflanzlicher Abfälle („Gartenfeuer“) abseits von Lager- oder Brauchtumsfeuern ohnehin grundsätzlich verboten ist. Erlaubt bleibt gemäß Allgemeinverfügung weiter die Nutzung von Feuerkörben, -schalen oder -tonnen.

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