Pegelstände könnten weiter steigen – vor allem im Gifhorner Südkreis

Wassermassen im Landkreis Gifhorn

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Wenn die Weiden Trauer tragen: Der Wasserstand im Isenhagener See rückt der Enteninsel zu Leibe.
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Alt-Isenhagener Seenplatte: An der Straße nach Wentorf sammelt sich das Wasser, das vom Hügel herunterkommt.
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Randvoll: die Ise bei Alt-Isenhagen gestern Vormittag, mit einem neuen See in der Nachbarschaft.
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Im Gewerbegebiet Isenbüttel gab es auch am Mittag noch Behinderungen durch Hochwasser.
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Bedenklich hoch stand das Wasser auch am Rathaus der Samtgemeinde Isenbüttel.
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In Allerbüttel wurden die Wassermassen von der Feuerwehr in den Mittellandkanal geleitet.
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Auch Weyhausen hat es mal wieder getroffen: Der See vor dem Schulzentrum ist da sonst nicht.
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Mächtig viel Strömung: Auch an Wahrenholz wälzten sich gestern Wassermassen vorbei.
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Oberkante Unterlippe: Der Beck in Knesebeck überschwemmt fast schon die Brücke am Schützenhaus.

Landkreis Gifhorn. Der Regen hörte gestern Mittag auf – doch von Entspannung an der Hochwasserfront wollten weder der Landkreis Gifhorn noch das Innenministerium sprechen.

„Da aus dem Harz immer noch Wasser in die Flüsse nachdrückt, ist trotz nachlassender Niederschläge mit einem Anstieg der Pegelstände im Landkreis Gifhorn zu rechnen“, hieß es aus der Kreisverwaltung. 

Die Talsperren im Harz waren gestern nach Angaben des Innenministeriums zu 75 Prozent gefüllt. Ein Großteil der im Harz gefallenen Niederschläge habe zurückgehalten werden können, hieß es. Oker und Innerste trugen gleichwohl große Wassermassen ins Flachland. Die Oker fließt bei Müden im Landkreis Gifhorn in die Aller. 

Abgesehen davon rechnete man beim Landkreis gestern auch für die Ise mit weiter steigenden Pegeln. Bei Alt-Isenhagen drohte der Fluss schon gestern Vormittag über die Ufer zu treten. Der offizielle Ise-Pegel bei Neudorf-Platendorf hatte schon gestern Morgen die 190-cm-Marke (Meldestufe 2) überschritten und näherte sich zum Abend hin kontinuierlich der (höchsten) Meldestufe 3 mit 220 Zentimetern. Die Oker bei Groß Schwülper lag gestern noch bei Meldestufe 1, dort wurde weiteres Harzwasser erwartet. Auch kleinere Gewässer im Nordkreis wie der Beck in Knesebeck wiesen hohe Wasserstände auf – und von Äckern und Feldern kam über Bäche und Gräben immer neues Wasser. 

Land unter herrschte in Rühen. Dort war gestern das Rückhaltebecken hinter dem Netto-Markt übergelaufen. In der Folge drückte das Wasser in den Einkaufsmarkt. Die Rühener Wehr rückte aus und pumpte das überlaufende Wasser in die Kanalisation. 

Im Gewerbegebiet Isenbüttel schwoll der Entwässerungsgraben von 40 Zentimeter auf 3 Meter Breite an. Das Wasser überschwemmte Straßen und Gewerbeflächen. „Wir pumpen das Wasser über die K 114 in den Allerkanal“, erklärte Einsatzleiter Jörn Kölsch. Am Vormittag stieg das Wasser zudem in der Tankumsee-Siedlung stark an. Auch das Isenbütteler Rathaus stand bis zu den Füßen im Wasser. 

Im Südkreis mussten auch einige Keller ausgepumpt werden. In Allerbüttel waren Straßen überschwemmt. Am Mittag führte man vorsorglich die Wassermassen in den Mittellandkanal, 6000 Liter pro Minute, damit durch eventuelle weitere Regenfälle der Ort nicht noch einmal überschwemmt wird. „Wir haben schon eine gewisse Routine bei diesen Arbeiten“, meinte Zugführer Dirk Leschner. „Früher gab es solche Vorkommnisse eigentlich alle drei Jahre. In diesem Jahr ist das allerdings schon der dritte derartige Einsatz.“ 

Bei Warberg im Landkreis Helmstedt kam es zu einem schweren Unfall mit einem Feuerwehrfahrzeug, das auf dem Weg zu einem Hochwassereinsatz war. Zwei Feuerwehrleute wurden schwer verletzt, ein weiterer leicht. Das Fahrzeug war an der L 641 auf den stark aufgeweichten Seitenstreifen gekommen und gegen einen Baum geprallt.

Von Holger Boden, Burkhard Ohse und Horst Michalzik

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