Das Wasser ist limitiert

Für die hiesigen Landwirte gilt, Wasser mit Bedacht einzusetzen. Die Feldberegnung zieht weite Kreise. Vom Einsatz des nassen Elements hängen sogar Arbeitsplätze ab.
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Für die hiesigen Landwirte gilt, Wasser mit Bedacht einzusetzen. Die Feldberegnung zieht weite Kreise. Vom Einsatz des nassen Elements hängen sogar Arbeitsplätze ab.

Landkreis Gifhorn. Die Sonne brennt und das Wasser spritzt. Bei einer Fahrt in diesem heißen Sommertagen durch den Landkreis Gifhorn tut sich vielerorts dieses Bild auf. Auf den Feldern schießen Beregnungskanonen literweise Wasser auf die ausgetrockneten Böden. Die hiesigen Landwirte wollen schließlich etwas von ihrer Ernte haben. Doch das Wasser ist für die Landwirte nichts, was im Übermaß zur Verfügung steht. Von Benjamin Post

Gerade im Nordosten Niedersachsens sind 90 Prozent des Ackerlandes beregnungsfähig. Die Beregnung ist „auf den sandigen Flächen erforderlich“, wie Hartmut Völz, Leiter der Außenstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Gifhorn, beschreibt. Freilich fangen die Landwirte an zu rechnen, bevor sie den Wasserhahn aufdrehen. Der Kosten- und der arbeitswirtschaftliche Aspekt stehen sich gegenüber. „Da wird mit ganz spitzem Bleistift gerechnet“, sagt Monika von Haaren von der Landwirtschaftskammer. Wenn möglich soll das Wasser effizient eingesetzt werden. „Wasser ist ein limitiertes Gut“, so Völz.

Hierzulande werden zu 97 Prozent Beregnungskanonen eingesetzt, die das nasse Element aber nicht gleichmäßig verteilen. Der Fachverband Beregnung gibt die Empfehlung, Kreisberegnung – weltweit seit Jahrzehnten im Einsatz – durchzuführen, mit der das Wasser gezielt an die Pflanze geführt wird. Es wird versucht, die Wasserzufuhr „technisch zu steuern“ (Völz). Mittlerweile werden sogar über Sensoren die Bodenfeuchte gemessen, dazu wird zusammen mit den Niederschlags- und Temperaturdaten berechnet, wann die Wasserzufuhr für die Pflanzen am optimalsten ist.

Denn die Feldberegnung zieht weite Kreise. Nach einer Studie der Universität Göttingen zum Thema Feldberegnung hängen Arbeitsplätze davon ab, wie die Landwirte das wichtige Produktionsmittel einsetzen. 3000 Arbeitsplätze würden in der Region bei einer kompletten Einstellung der Feldberegnung wegfallen, ohne Beregnung der Pflanzen auf den Feldern hieße das den Arbeitsplatzverlust für 30 Prozent der Beschäftigten. Damit verbunden müssten 800 landwirtschaftliche Betriebe schließen. „Die Landwirte müssen sehr wohl überlegen“, merkt Völz, auch Wirtschaftsberater bei der Landwirtschaftskammer, zu der effekthaltigen Situation der Feldberegnung an.

Der Blick auf die Wasseruhr bei der Entnahme des Wassers ist für die Landwirte unumgänglich. Für den Einsatz von Grundwasser braucht es von der Unteren Wasserbehörde eine Erlaubnis. Die Landwirte müssen abwägen, wenn sie die Felder mit Wasser versorgen wollen. „Ohne Beregnung keine Qualität und keine Menge“, nennt Völz das Malheur, in dem die Landwirte stecken.

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