Vier Wochen vor der Bekanntgabe möglicher Windkraft-Standorte brodelt die Gerüchteküche

Das Warten auf den 8. August

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Symbolfoto

Wittingen. Knapp einen Monat, bevor der ZGB die möglichen neuen Windkraft-Standorte benennen will, kommt die Gerüchteküche mächtig in Gang. In Wittingen erzählt man sich, dass der Standort Teschendorf möglicherweise aus dem Rennen sei.

Vom ZGB-Regionalplaner Jens Palandt gibt es dazu verständlicherweise keine Bestätigung und auch kein Dementi. Er verweist nach wie vor auf die Sitzung des Ausschusses für Regionalplanung am 8. August – dann, und erst dann, soll die Katze aus dem Sack gelassen werden.

Palandt kann sich allerdings vorstellen, wie das Gerücht in die Welt gekommen ist: Bei einer Info-Veranstaltung sei kurz eine Karte gezeigt worden, auf der der Standort Teschendorf durch ein Versehen fehlte. Da habe wohl jemand sehr genau hingeschaut und die Fläche vermisst.

Klar ist aber offenbar: Wenn es eine signifikante Vergrößerung des Suderwittinger Windpark-Areals nach Süden geben sollte, dann dürfte es aufgrund der Abstandsregeln eng werden für Teschendorf. Oder umgekehrt.

Derweil hat sich Friedrich O. Winkelmann, langjähriger Ratsherr und heute Bürgervertreter im Wirtschaftsausschuss, mit einer Eingabe an den Bürgermeister und die Fraktionschefs gewandt. Sein Anliegen: Die Stadt solle sich aktiver auf die Raumgestaltung im Zuge der neuen Windkraft-Planungen vorbereiten. So regt er etwa an, Referenten aus Orten nach Wittingen zu holen, die Erfahrungen mit Bürgerwindparks gemacht haben. Frühzeitig solle man auch mit Grundstücksbesitzern von Repowering-Gebieten ins Gespräch über kommunale Wertschöpfung kommen. Die Stadt solle zudem mit konkreten Planungszielen agieren.

Für Stadtbürgermeister Karl Ridder kämen raumplanerische Planungsansätze derweil ein wenig verfrüht: „Das setzt aus meiner Sicht voraus, dass wir die möglichen Standorte kennen.“ Er halte es für sinnvoll, auf den 8. August zu warten. Und dann werde keine abgeschlossene Planung verabschiedet, sondern nur ein Entwurf vorgelegt. „Dann, so Ridder, beginnen unsere Hausaufgaben, und zwar ganz massiv.“

Auch Palandt verweist darauf, dass Gespräche mit Flächenbesitzern vor dem 8. August natürlich geführt werden können, dass sie sich aber im Nachhinein als vergebliche Liebesmüh entpuppen könnten, wenn ein Eigentümer dann gar nicht zum Zuge komme. Wenn ein paar Wochen nach dem Ausschuss für Regionalplanung die öffentliche Auslegung

beginne – die Zustimmung des Ausschusses vorausgesetzt – dann könne die Stadt Wittingen ihre Vorstellungen in das weitere Verfahren einbringen.

Von Holger Boden

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