Bei Gannerwinkel: Gemisch aus Förderleitung kontaminiert etwa 1000 Quadratmeter Fläche

Wässriges Öl strömt auf Acker

Feuerwehrleute und Mitarbeiter einer Firma kümmerten sich gestern Vormittag darum, den Schaden möglichst einzudämmen.
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Feuerwehrleute und Mitarbeiter einer Firma kümmerten sich gestern Vormittag darum, den Schaden möglichst einzudämmen.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Gannerwinkel. Ein öliger Film auf der Fahrbahn, dazu ein öliges Rinnsal, das sich auf dem Acker mit leichtem Gefälle in Richtung Westen ausgebreitet hat und in eine größere Pfütze mündet.

Dieses Bild bot sich gestern Morgen der Polizei und den Feuerwehrleuten aus Gannerwinkel und Wittingen, die kurz nach halb acht zu einem Schaden in einer Ölleitung der Firma Exxon gerufen wurden. Der Ort: die erste Kurve auf dem Weg vom Gannerwinkeler Wochenendhausgebiet in Richtung Langenbrügge.

Einmal pro Jahr war zuletzt ganz in der Nähe Öl- und Benzingeruch Stammgast, wenn zwei Felder weiter das Gannerwinkeler Stoppelfeldrennen über die Bühne ging. Diesmal aber war die Sache ernst: Aus einer in 1,20 bis 1,50 Meter Tiefe verlegten Leitung trat sogenanntes Nassöl aus.

Die Feuerwehrleute und ein von Exxon beauftragtes Unternehmen mit einem Pumpwagen saugten das an die Oberfläche getretene Öl ab und streuten die betroffenen Flächen auf dem Wirtschaftsweg mit Bindemittel ab. Die Leitung wurde umgehend stillgelegt.

Der Blick in Fließrichtung, den Acker hinab ...

Unter Aufsicht eines Mitarbeiters des Landesamtes für Bergbau (LBEG) begann am Mittag eine Spezialfirma damit, das mit Öl kontaminierte Erdreich vom Acker abzutragen – nach Schätzung von Polizei und Feuerwehr auf knapp 1000 Quadratmetern im Zuge eines etwa 300 Meter langen Streifens. Laut LBEG traten etwa acht Kubikmeter Nassöl aus. Zur genauen Menge des ausgehobenen Erdreichs gab es noch keine Angaben. Auch ein kleiner Teil eines auf der anderen Seite des Weges gelegenen Ackers wurde verunreinigt.

... und der Blick den Hang hinauf. Das Nassöl hat sich am Fuß des Ackers gesammelt.

Laut Thorsten Hinz, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit von Exxon, handelt es sich bei dem Nassöl zu etwa 90 Prozent um Lagerstättenwasser und zu 10 Prozent um Öl – das ist das inzwischen übliche Verhältnis bei den zu einem großen Teil ausgebeuteten Förderstätten in der Region. Das Gemisch sei an einer Stelle ausgetreten, an der zwei Förderleitungen von zwei verschiedenen Bohrungen ineinander münden. Von dort nehme die Flüssigkeit ihren Weg zum Betriebsplatz bei Hankensbüttel.

Bei den unterirdischen Rohren handele es sich um glasfaserverstärkte Kunststoff-Leitungen – an Abzweigstellen könne allerdings auch Stahl verbaut sein. Die genaue Ursachenforschung für das Leck dauere an, sagte Hinz gestern Nachmittag.

Eine von Exxon beauftragte Firma saugte am Morgen das Öl-Wasser-Gemisch von der Fahrbahn des Wirtschaftsweges.

Nach Angaben der Unteren Wasserbehörde des Landkreises Gifhorn ist ein wasserführender Graben am Ende des betroffenen Feldes nicht verunreinigt worden. Für die weiteren Sanierungsmaßnahmen sei das LBEG zuständig. Das nahm gestern auch die Ermittlungen zur Schadensursache auf. Das Bergbauamt wird in den nächsten Tagen mit Proben prüfen, ob in ausreichendem Maße Erdreich abgetragen wurde.

Exxon-Sprecher Hinz sagte, das Unternehmen werde für den Schaden aufkommen. Das Auftreten eines Lecks in einer Förderleitung sei ein äußerst seltenes Ereignis.

Von Holger Boden

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