Kirchen können mit Rücksicht auf Kunstgegenstände nur langsam auf 16 Grad aufgeheizt werden

Wärme schadet Stimmung der Orgel

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Die Gottesdienste der St. Pankratiuskirche in Hankensbüttel finden bis kurz vor Ostern im Gemeindehaus statt.

Isenhagener Land. Warm anziehen müssen sich im Winter die Besucher von Gottesdiensten, die in den Kirchen im Isenhagener Land stattfinden. „Wir heizen die Kirche bis auf maximal 16 Grad auf“, sagt Pastor Martin Berndt, ehemaliger Superintendent in Wittingen.

Dass es nur 16 Grad sind hat einen bestimmten Grund, denn Orgeln und andere Kunstgegenstände in Kirchen brauchen ein bestimmtes Raumklima, damit an ihnen keine Schäden entstehen.

Die Grundtemperatur in Kirchen beträgt unter der Woche höchstens 8 Grad. An Wochenenden, wenn in den vielen Kirchen zu Gottesdiensten eingeladen wird, werden die meistens hinter dicken Außenmauern liegenden Innenräume der Kirchen aufgeheizt, und zwar um ein Grad pro Stunde bis auf besagte 16 Grad. Wichtig ist, dass der Wechsel zwischen der niedrigen und der hohen Temperatur langsam geht, damit die Luft nicht so stark austrocknet, wie es bei einem schnellen Aufheizen der Fall ist.

„Die Heizung hat eine spezielle Steuerung, so dass die Temperatur langsam erhöht wird“, sagt auch Pastor Utz Brunotte, der seit Oktober 2011 für die Kirchengemeinden Rühen, Brechtorf und Eischott tätig ist. Damit die Heizkosten für die Kirchengemeinden nicht ins uferlose gehen, findet in vielen Gemeinden die sogenannte Winterkirche statt. In vielen Gemeinden finden die Gottesdienste nach den festlichen Weihnachtsgottesdiensten bis kurz vor Ostern in den Gemeinderäumen statt. Brunotte: „Das ist für die Gemeinden wesentlich kostengünstiger.“

In der Kirche in Brechtorf finden die Gottesdienste das ganze Jahr über in der Kirche statt. „Wir haben dort keine Alternative. Allerdings liegt direkt neben der Kirche der Friedhof, so dass die Kirche auch bei Trauerfeiern aufgeheizt und genutzt wird. Eine energetische Sanierung für Kirchen hält er für eher unwahrscheinlich. „Das würde für die Gemeinden unbezahlbar werden. Da ist es einfacher, die Gottesdienste während des Winters in kleineren Räumen abzuhalten.“

Von Meike Bornemann

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