Die Suche auf der weißen Landkarte läuft, die Angst bleibt

Waddekath und die Endlager-Sorgen

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Um die Ecke: Eine Waddekather Atommüll-Diskussion dürfte man auch in Wittingen aufmerksam verfolgen. 

Waddekath – Die bundesweite Suche nach einem Endlager für Atommüll beschäftigt weiterhin die Bürger in Waddekath.

Im Dorf an der Landesgrenze, drei Kilometer von Wittingen entfernt, herrscht nach wie vor Angst, dass der Salzstock zwischen dem Ort und dem Waldgebiet „Forst Vier“ am Ende die strahlenden Hinterlassenschaften aus den Atommeilern der Republik aufnehmen muss.

Deshalb lädt die Dorfgemeinschaft am kommenden Mittwoch, 13. November, zu einer Info-Veranstaltung samt Diskussion ein. Zu Gast ist Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt.de. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus von Höddelsen.

Das Misstrauen vor Ort ist groß – was wohl auch daran liegt, dass bis vor Kurzem immer wieder Deutschlandkarten mit potenziellen Endlager-Standorten publiziert wurden, auf denen auch Waddekath verzeichnet war. Auch in Wittingen wäre man kaum begeistert, wenn die Brennstäbe quasi vor der Haustür unter die Erde gebracht werden. Allerdings: 2013 wurde die Endlager-Suche auf Null gesetzt. Das mit dieser Aufgabe betraute Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit arbeitet bisher mit einer weißen Landkarte. Salz? Ton? Granit? Norden, Süden, Osten, Westen? Bisher soll es keine Vorentscheidung geben, bundesweit laufen Untersuchungen verschiedener Standorte, über und unter Tage wird gebohrt, gemessen, erkundet. Aus der Bundesgesellschaft für Endlagerung, die an der Suche beteiligt ist, verlautete Medienberichten zufolge schon mal, dass die weiße Landkarte im Spätsommer 2020 erste Einfärbungen bekommen könnte. Eine endgültige Entscheidung für einen Endlager-Standort soll es nicht vor 2031 geben.

Ziel ist es bisher, dieses Endlager, das das strahlende Erbe für eine Million Jahre sicher aufnehmen soll, bis zum Jahr 2050 in Betrieb zu nehmen. Skeptiker gehen unterdessen davon aus, dass es mit dem Startschuss auch bis ins 22. Jahrhundert dauern könnte. Das wurde 2016 auch in einem Abschlussbericht der Endlager-Kommission zumindest nicht ausgeschlossen.

VON HOLGER BODEN

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