Votum für mehr Windkraft?

Braunschweig - Von Holger Boden. Der Regionalplanungs-Ausschuss des Zweckverbands Großraum Braunschweig (ZGB) kann am heutigen Donnerstag die Weichen für zusätzliche Windräder zwischen Bokel und Braunlage stellen. Folgt der Ausschuss, der ab 14 Uhr in der Braunschweiger Stadthalle tagt, dem Beschlussvorschlag der Verbandsverwaltung, dann sollen „noch bestehende Potenzialreserven zur Nutzung der Windenergie“ genutzt werden.

Das ZGB-Gebiet, zu dem auch das Isenhagener Land gehört, hat im landesweiten Vergleich unterdurchschnittlich viele Windräder – dem Ausschuss wird heute erläutert, dass „ein Nachholbedarf erkennbar wird“. Beim ZGB sieht man die Notwendigkeit weiterer Windräder auch in der bevorstehenden Nutzung von Elektro-Pkw im größeren Stil begründet. Elektromobilität werde nur dann eine gute Umweltbilanz haben, wenn regenerativ produzierter Strom zum Einsatz kommt. Die Windenergie spielt hier nach Auffassung der ZGB-Verwaltung eine große Rolle. Bisher sind 0,6 Prozent des Verbandsgebietes als Vorrang- oder Eignungsgebiet ausgewiesen.

Damit neue Windräder aufgestellt werden dürfen, muss das Regionale Raumordnungsprogramm (RROP) geändert werden. Genau darum geht es heute in der Ausschuss-Sitzung. Ein verbindlicher Beschluss dazu wird frühestens in der Verbandsversammlung am 16. September gefällt. Bis der neue RROP-Entwurf alle Anhörungs- und Abwägungsphasen durchlaufen hat und in Kraft treten kann, können nach Einschätzung des ZGB noch 18 Monate ins Land gehen. Weitere Windräder werden also frühestens 2012 gebaut.

Viele Betreiber würden gern eher loslegen. Bei der Stadt Wittingen hat sich bereits eine Firma nach verfügbaren Flächen erkundigt (das IK berichtete), und auch in Groß Oesingen und Steinhorst laufen Überlegungen für neue Anlagen. In Meinersen hat sich vor dem Hintergrund konkreter Planungsabsichten bereits eine Bürgerinitiative gegen die Novellierung des RROP formiert.

Bei weiteren Anlagen muss es sich nicht zwangsläufig um neue Windparks handeln. Denkbar ist auch ein „Anbau“ an bestehende Standorte, sofern dabei die Abstandsregeln eingehalten werden. Diese Regeln könnten allerdings ebenfalls überprüft werden. Nicht ausgeschlossen ist, dass auch Vorbehaltsgebiete für Natur, Landschaft und Erholung ins Spiel kommen, wenn für sie rechtlich gesehen kein strikter Ausschluss gilt.

Der ZGB hat im Vorfeld 27 Flächen im gesamten Verbandsgebiet identifiziert, die grundsätzlich in Frage kämen. Durch Einzelfalluntersuchungen dürfte sich diese Zahl deutlich reduzieren.

Foto: pixelio.de

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