Funkloch-Jagd: Transvaal ein Kandidat

Vorhoper wollen schnelleres Netz: 170 Unterschriften für Breitband

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Bauarbeiten für den Transvaaler Richtfunkturm vor fünf Jahren – inzwischen gibt es offenkundig neuen Nachholbedarf in Sachen Telekommunikation.

Vorhop/Transvaal – Vorhop und Transvaal kämpfen an mehreren Fronten darum, auf der digitalen Datenautobahn mitfahren zu dürfen. Für Transvaal geht es mitunter sogar um die ganz normale elektronische Kommunikation.

Der Vorhoper Ortsrat, der für beide Dörfer zuständig ist, sprach sich jetzt für eine Bewerbung bei der Telekom-Aktion „Wir jagen Funklöcher“ aus. Priorität soll im Erfolgsfall Transvaal haben.

Der Ort wird nach wie vor von einem Phänomen heimgesucht, das schon viele Jahre alt ist: Bei starkem Regen fallen punktuell Telefonanschlüsse aus. Als Ursache gelten marode Kabel durch den Wald in Richtung Knesebeck. Der Richtfunkmast, der 2014 errichtet wurde, hat offenbar nicht alle Haushalte dieser Sorgen entledigt.

Und das Mobilfunknetz im Ort ist offenbar keine Alternative: „Transvaal ist zurzeit definitiv ein Funkloch“, sagte Vorhops Ortsbürgermeisterin Christel Schirmer (CDU). Sie machte sich daher dafür stark, es mit einer Bewerbung bei der Aktion „Wir jagen Funklöcher“ zu versuchen. Die Telekom will aus ganz Deutschland Problemzonen benannt haben und sucht dann 50 Standorte aus, an denen mindestens zehn Haushalte oder Betriebe in einem LTE-Funkloch stehen. Dort sollen dann neue Sendemasten bis Ende 2020 das Problem beheben.

Stadtbürgermeister Andreas Ritter, der in der Ortsratssitzung zugegen war, riet nicht von der Bewerbung ab, äußerte aber Skepsis: „Die Anbieter müssen eigentlich den Mobilfunk ausbauen.“ Im Zuge der Funklöcher-Aktion werde nun aber nach Unterstützung der Kommunen gerufen. Das Ganze trage Züge einer „PR-Aktion“. Ritter verwies auch darauf, dass aus der Bevölkerung mitunter Vorbehalte gegen neue Sendemasten kommen. „Als in Transvaal der Mast gebaut wurde, gab es nicht nur Hurra-Rufe. Wird jeder begeistert sein, wenn am Spielplatz ein neuer Sendemast steht?“

Ortsratsmitglied Jörg Bialas (SPD) verwies auf den behördlich genutzten Digitalfunk-Masten am Kanal bei Vorhop hin. Er regte an, prüfen zu lassen, ob dieser nicht auch für eine Versorgung der Bürger mitgenutzt werden könnte.

Eine andere Stoßrichtung ist der Ausbau des Breitbandnetzes im Landkreis – und da ist Vorhop derzeit außen vor. Denn die Gemeinde gilt nicht als weißer Fleck und liegt damit nicht in dem Gebiet, das von Giffinet erschlossen werden soll.

Das Projekt des Landkreises und der Firma net services darf aufgrund der Förderbedingungen nicht in weißen Flecken tätig werden. Allerdings könnte ein eigenwirtschaftlicher Ausbau von Giffinet im Bereich Vorhop ein Thema werden, wenn sich das wirtschaftlich darstellen lässt. Viele Vorhoper hoffen auf diese Variante, wie Henning Lütkemüller (beratendes Ortsratsmitglied, CDU), berichtete: Es habe bereits zwei Bürgerversammlungen zu dem Thema gegeben, und 170 Bürger hätten per Unterschrift ihr Interesse an einem Breitband-Anschluss bekundet.

Mit Blick auf öffentliche Liegenschaften wie Dörphus und Sporthaus bat Lütkemüller die Stadt um Unterstützung. Rathauschef Ritter und Wirtschaftsförderin Sabrina Puskeiler versicherten, man habe das Thema im Blick. Ritter sagte, man müsse abwarten, bis Giffinet die Feinplanung abgeschlossen habe, und die Stadt müsse dann auch auf alle anderen Orte im Stadtgebiet schauen, die wie Vorhop nicht zum Gebiet der Glasfaser-Erschließung gehören.

VON HOLGER BODEN

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