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Vorerst kein Seniorenbeirat für Wittingen

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Von: Pascal Patrick Pfaff

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Rentner mit Einkaufstüte.
Über den möglichen Seniorenbeirat gab es Kontroversen im Ausschuss für Kinder, Jugend, Senioren und Integration. © Silas Stein

Wittingen – Die Frage, ob für Wittingen ein Seniorenbeirat eingerichtet wird, ist im Ausschuss für Kinder, Jugend, Senioren und Integration (Sozialausschuss) jüngst kontrovers diskutiert worden. Die Debatte nahm dabei Bezug auf einen Antrag der BA-Fraktion, welche ein ebensolches Gremium installiert wissen will. Freilich – so die Begründung – um sich für die Interessen der Senioren in Wittingen einzusetzen. Eine Abstimmung hierüber gab es auch; stimmberechtigt war indes kein BA-Mitglied. Und so kam es, dass die restlichen Anwesenden geschlossen gegen die Einrichtung eines Seniorenbeirates votierten. Laut dem Ausschussvorsitzenden Marcel Schindler (SPD) jedoch zunächst „für den jetzigen Zeitpunkt“.

Arbeitskreis 50+ berät über Seniorenbeirat

Eckhard Meyer von der BA-Fraktion zeigte sich enttäuscht, wollte er den Beirat doch noch in diesem Jahr eingerichtet haben. Sein Ziel sei es laut Antrag vom Juni gewesen, „den momentan existierenden Arbeitskreis 50+ abzulösen, da dieser keine offizielle Funktion innehat.“

Dieser Arbeitskreis tagte zuletzt am 12. Oktober. Auf Geheiß eines Ausschuss-Beschlusses vom 13. Juli sollte während der Arbeitskreis-Sitzung ein Stimmungsbild gezeichnet werden. Die Aufgabe: herausfinden, ob die Mitglieder für oder gegen die Gründung eines Seniorenbeirats sind. Thomas Knöfel, als Vertreter des Arbeitskreises 50+ als Gast während der Ausschuss-Sitzung zugegen, nannte das Ergebnis: „Die anwesenden Mitglieder wollen den Arbeitskreis am Leben halten und ihn langfristig in einen Seniorenbeirat überführen.“ Man habe die Absicht, zusammen mit der Politik und Verwaltung einen Fahrplan aufzustellen, um dieses Ziel zu erreichen. In zwei bis drei Jahren solle es dann soweit sein, so Knöfel.

Meyer monierte daran, dass im Gegensatz zum März-Treffen des Arbeitskreises nur vier statt acht Personen dabei gewesen seien und so die beiratsfreundliche Haltung des Arbeitskreises aus dem März-Treffen verwische: „Ist die Hälfte nicht da, dann sind die Ergebnisse zuweilen auch anders.“ Meyer selbst plädierte auch weiterhin für die Einrichtung des Beirats: „Viele andere Kommunen im Landkreis haben ein solches Gremium, nur Wittingen nicht.“

Helene Rausch aus der Verwaltung betonte denn auch, dass ein Seniorenbeirat mehr Tragweite hat: „Der Beirat besitzt eine größere Legitimation, da er auf einer Geschäftsordnung fußt, die ein Arbeitskreis nicht hat.“ Hermann Lahmann (CDU) sah einen Seniorenbeirat als „nicht so bürokratisch“ an und unterstützte Meyers Antrag: „Wir sollten froh sein, wenn sich ältere Leute für die Bürger einsetzen können.“

Kritiker: Ältere sind bereits gut vertreten

Kritisch äußerte sich indes Helge Gülzau (FWG) zu den BA-Plänen. Er finde, die Jugend müsse mehr einbezogen werden. Die Senioren hätten dagegen mit dem Stadtrat eine hinlängliche Vertretung. Anders als Lahmann apostrophierte Gülzau einen möglichen Seniorenbeirat als „bürokratisches Gremium“, das nicht eingerichtet werden müsse. Karl-Heinz Gauert (SPD) pflichtete ihm bei. Ältere Menschen seien gut durch die Ausschüsse vertreten. „Man verzettelt sich, je mehr Gremien es gibt. Und: So kommt man dann eher auch nicht zusammen.“

Lars Dreyer-Winkelmann (FWG) betonte ähnlich wie Gülzau, wie wichtig die Arbeit mit jungen Menschen sei: „Ich bin dafür, dies vermehrt zu berücksichtigen.“ Um eine rhetorische Frage anzufügen: „Ich meine: Wie viele Ü40-Vertreter haben wir im Stadtrat? Vier?“ Etwas, das Schindler denn auch aufgriff, um die Abstimmung zu begründen: „Ein Seniorenbeirat sollte aus bekannten Gründen nicht eingerichtet werden. Es fehlt einfach die Manpower.“

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