Vorerst kein schnelles Netz

In Boitzenhagen, Teschendorf und Schneflingen bleibt der Internet-Zugang vorerst quälend langsam. Foto: dpa

Boitzenhagen/Schneflingen/Teschendorf. Enttäuschung für die Bürger in Boitzenhagen, Schneflingen und Teschendorf: Sie müssen weiter auf eine Breitband-Anbindung warten – ob und wann sie die Eintrittskarte zum schnellen Surfen im weltweiten Netz bekommen, ist derzeit offen.

Die Ursache ist nicht politischer, sondern privatwirtschaftlicher Art. Die mit der Installation einer Funklösung beauftragte Firma lanSpot ist nach Angaben der Stadtverwaltung wirtschaftlich nicht mehr in der Lage, das Projekt zuende zu bringen. Im Rathaus arbeitet man an einer Lösung des Problems.

Eigentlich sollte das Vorhaben laut Andreas Ritter vom Fachbereich Organisation schon am 30. November letzten Jahres abgeschlossen sein. Die technische Infrastruktur sei zum Teil auch installiert worden, doch die Firma habe wiederholt Gründe für Verzögerungen ins Spiel gebracht.

Vom Land, das für das Breitband-Projekt Fördergelder zur Verfügung steht, wurde der Bewilligungszeitraum bis 30. April verlängert. Der ist nun vorbei – und das Breitband-Netz steht nicht.

„Wir müssen nun überlegen, wie wir die Kuh vom Eis kriegen“, sagt Ritter. Das wird nicht leicht, denn es gilt, eine Gleichung mit mehreren Unbekannten zu lösen. Das Dilemma: Kleine Breitbandnetze mit nur wenigen Haushalten sind wirtschaftlich schwer darstellbar. So war bei dem Projekt, das neben den drei Wittinger Orten auch Allenbüttel und Edesbüttel anbinden sollte, ohnehin schon eine Wirtschaftlichkeitslücke von 53 000 Euro zu stopfen. 90 Prozent der Summe sollten aus den Fördermitteln des Landes abgedeckt werden, den Rest sollten die Stadt Wittingen und die Samtgemeinde Isenbüttel tragen.

Inzwischen gibt es Kontakt mit einer neuen Firma, doch die hat laut Ritter schon deutlich gemacht, dass sich die Anbindung der fünf Orte nicht rechne. So stellt sich die Frage nach einer neuen Ausschreibung und neuen Konditionen. Ein Gedankenmodell ist auch eine Vergrößerung des Projektgebietes, um so die Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Allerdings sind die gewährten Fördergelder auf Grundlage der alten Berechnung geflossen. Die Stadt könnte Gefahr laufen, bei einer Neuvergabe des Auftrags zu anderen Preisen – sollte das überhaupt möglich sein – vor einer größeren Wirtschaftlichkeitslücke zu stehen, die sie zusammen mit Isenbüttel selbst finanzieren muss.

Wittingen und die Südkreis-Kommune suchen nun gemeinsam mit dem Landkreis und dem Land nach einer Lösung des Problems. Aus Hannover kam immerhin schon mal eine erneute Verlängerung des Projektzeitraums bis zum 31. Oktober dieses Jahres.

Von Holger Boden

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