LSW investiert in 110-kV-Leitung von Fallersleben bis Oerrel

Vier Millionen Euro für höhere Strommasten

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Günter Heide von der LSW vor dem noch in der Horizontalen liegenden Mastfuß an der K 111 bei Kakerbeck, der im Herbst eingebaut werden soll.

Kakerbeck. Ein bisschen sieht er aus wie ein gefallener Riese des Industriezeitalters – doch der Gittermast, der an der K 111 zwischen Kakerbeck und Hagen-Mahnburg auf der Seite liegt, hat mit der Zukunft zu tun, nicht mit der Vergangenheit.

Die LSW erhöht derzeit die Masten ihrer 110-kV-Leitung zwischen Fallersleben und Oerrel – ein 4-Millionen-Euro-Programm. Das Kakerbecker Exemplar wartet nur noch auf den Herbst.

„Wir ertüchtigen das Hochspannungssystem im Nordkreis“, sagt LSW-Sprecherin Birgit Wiechert über die Aufstockung der Masten. „Das ist ein großes Projekt mit hoher Priorität.“ Insgesamt 170 Masten stehen in einem Abstand von jeweils 300 bis 380 Metern zwischen der Fallerslebener Netzleitstelle und dem Oerreler Umspannwerk, 41 werden (oder wurden bereits) erhöht.

Den Hintergrund erläutert Günter Heide, Teamleiter für den Bereich Bau bei der LSW: Weil im Nordkreis viel Strom aus regenerativen Quellen ins Netz eingespeist wird, liegt eine stärkere Last auf den Leitungen. Die werden deshalb wärmer und hängen stärker durch. Bei jedem Mast ist bei dem 2016 begonnenen Projekt individuell festgelegt worden, ob er wachsen muss – und wenn ja, wie viel. Zwischen den durchhängenden Leitungen und dem Erdboden muss noch 7 Meter Platz sein. Das soll auch genug Luft für moderne Erntemaschinen lassen.

Die Gittermasten sind um die 30 Meter hoch. Der an der K 111 bei Kakerbeck misst 31 Meter und wird nach der Operation auf 33 Meter kommen. Bei dem derzeit neben dem Stahlriesen in einem Kornschlag liegenden Gestell handelt es sich um den neuen Mastfuß. Per Kran wird das Mast-Oberteil angehoben, dann wird der alte Fuß gegen den neuen, höheren ausgetauscht.

Dass das bei Kakerbeck noch nicht geschehen ist, hat laut Heide Naturschutzgründe. Bei der Bestandsaufnahme sei festgestellt worden, dass ein Eckstiel des Mastfußes beschädigt ist. Dafür muss ein neues Fundament gegossen werden. Weil aber ein Mäusebussard mit Jungen dort sein Revier hat, muss das Vorhaben noch bis Oktober warten.

Die LSW erneuert im Zuge des Vorhabens auch gleich die oberste Leitung, das sogenannte Erdseil, das die Freileitungen gegen Blitzeinschläge schützt. Das war bisher aus Kupfer und wird künftig aus Glasfaser bestehen. Der Energieversorger nutzt das Kabel auch, um seine Umspannwerke fernzusteuern – das ist noch wichtiger geworden, seit die Stromnetze durch die Einspeisung erneuerbarer Energien komplexer zu steuern sind.

Der Austausch des Erdseils soll auch im letzten Bauabschnitt zwischen Wittingen und Oerrel schon in diesem Herbst begonnen werden. 2019 sollen dort die Masten erhöht werden, dann ist das Projekt abgeschlossen. Die gute Nachricht für die Kunden: Eine Tariferhöhung steht laut Wiechert wegen der 4-Millionen-Investition nicht ins Haus: Das Vorhaben ist über die reguläre Investitionsplanung des Versorgers bereits eingepreist.

Von Holger Boden

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