Viel zu tun im Isenhagener Land

Die schüchterne Raja ...

Wittingen. Von Tieren, die insbesondere in der Urlaubszeit abgegeben werden, ist der Tierschutz Isenhagener Land zwar weniger betroffen, trotzdem haben Reiner Sudbrack und Dirk Hoffmann derzeit alle Hände voll zu tun. Fünf Hunde halten die Tierschützer derzeit auf Trab.

Da gibt es zum Beispiel die beiden achtjährigen Rottweiler-Husky-Mix-Hündinnen Ronja und Raja, die wegen nicht artgerechter Haltung ihr bisheriges Zuhause verlassen mussten. Seit Sonnabend befinden sich auch die etwa fünfjährige Labrador-Mix-Hündin Lira und ihre Bordercollie-Mix-Welpen, beide ein halbes Jahr alt, Lenny und Kiki in der Wittinger Auffangstation. „Bis Montag hatten wir sogar sechs Hunde, aber der Besitzer hat sich bei uns gemeldet“, berichtet Hoffmann im IK-Gespräch.

„In den letzten vier Wochen hatten wir immer zwischen zwei und fünf Hunde bei uns“, beschreibt Sudbrack. Dabei war es seit Anfang des Jahres relativ ruhig. „Ohne unsere ehrenamtlichen Helfer würden wir es gar nicht schaffen“, weiß Hoffmann. Um die aktuellen Vierbeiner kümmern sich Ute Böhme und Petra Paeger. Sie gehen mit den Hunden spazieren und beschäftigen sich mit ihnen. „Das ist sehr gut für das Sozialverhalten. So können wir Tiere viel besser vermitteln“, sind Sudbrack und Hoffmann dankbar für die Unterstützung.

Besonders mit Blick auf die derzeitige Situation, zollen Sudbrack und Hoffmann den Anwohnern in der Nähe der Auffangstation großen Dank: „Haben wir mehr Hunde, kann der Geräuschspegel doch etwas höher sein.“ Sudbrack, seit elf Jahren im Tierschutz Isenhagener Land aktiv, und Hoffmann, seit fünf Jahren dabei, sind ein eingespieltes Team. Auch wenn sich beide wöchentlich mit der Bereitschaft abwechseln, handelt es sich um einen Fulltime-Job. Mehr ehrenamtliche Helfer sind willkommen, „aber die müssen schon eine gewisse Kontinuität mitbringen.“

Ronja, Raja, Lira, Lenny und Kiki werden wohl noch längere Zeit in der Auffangstation bleiben müssen. Wie Sudbrack und Hoffmann erklären, handelt es sich um Problemhunde. Im Verhalten sehr scheu, müssen sie erstmal aufgebaut werden.

Das Einfangen der Hündin und ihrer Welpen gestaltete sich als äußerst schwierig und wäre ohne die Unterstützung der Polizei gar nicht möglich gewesen. Aufmerksame Passanten haben die Tiere am späten Freitagabend zwischen Wunderbüttel und Kanal herumirren sehen und sofort die Polizei alarmiert, die wiederum den Tierschutz informierte.

Nach zwei bis drei Stunden konnten die Mutter und ein Welpe eingefangen werden. Der kleine Rüde verbrachte die Nacht alleine im Freien und konnte am nächsten Tag, mit Hilfe der Mutter, auf ein Grundstück gelockt und dort vom Tierschutz in Obhut genommen werden.

Die beiden Tierschützer vermuten, dass die Tiere ausgesetzt oder weggelaufen sind. Das Verhalten und der Zustand der Hunde lassen darauf schließen, dass auch sie aus keiner guten Haltung kommen, vermutlich sogar misshandelt wurden. Die Mutter sieht verwahrlost aus und die beiden Welpen sind extrem scheu und ängstlich. Vermutlich waren sie tagelang unterwegs. „Wir hoffen, dass wir Hinweise auf den Halter bekommen“, so Hoffmann.

Einfacher, einem Hundebesitzer auf die Spur zu kommen, verspricht seit dem 1. Juli die Haftpflichtversicherung inklusive Chip. Dann können ausgebüxte oder ausgesetzte Hunde ihrem Besitzer zurückgegeben werden – auch wenn das in manchen Fällen nicht wünschenswert ist.

Nicht nur Helfer sind beim Tierschutz Isenhagener Land willkommen, sondern auch Menschen, die sich für ein Tier interessieren. Sie erhalten sogar Unterstützung in Form eines kostenlosen Besuchs der Hundeschule, wo die Tiere den letzten Schliff erhalten.

Von Carola Peiser

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