Wittinger „Juice“ an Kapazitätsgrenze / Stadt beobachtet zunächst die Zahlen

Viel Betrieb in den Jugendtreffs

Billard und andere Aktivitäten: Gestern Nachmittag füllte sich der Jugendtreff „Juice“ schon zusehends. Foto: Boden
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Billard und andere Aktivitäten: Gestern Nachmittag füllte sich der Jugendtreff „Juice“ schon zusehends.
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Wittingen. Die beiden Jugendtreffs der Stadt Wittingen werden von den Kindern und Jugendlichen gut in Anspruch genommen – dieses Fazit zog die Leiterin der Jugendförderung, Helene Rausch, jetzt vor dem Jugendausschuss.

Dies führe sogar dazu, dass man – vor allem in Wittingen – „an der räumlichen Kapazitätsgrenze“ angekommen sei.

Rausch berichtete, dass im Durchschnitt 15 Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren den offenen Jugendtreff „Juice“ in der Wittinger Bahnhofstraße besuchen. „Da ist viel Betrieb, das ist sehr lebhaft“, freute sie sich. In Knesebeck begrüße man im Jugendtreff im Rathaus in der Regel eine Klientel zwischen 7 und 12 Jahren. Auch dort seien es regelmäßig mehr als 10 Kinder, die zu den Öffnungszeiten in den Treff kommen.

Bedeuten knapper werdende Kapazitäten im Wittinger Fall Überlegungen für eine Vergrößerung des Treffs? „Das ist noch Zukunftsmusik“, sagt Stadtbürgermeister Karl Ridder. Die aktuellen Zahlen sprächen in der Tat für eine verbesserte Resonanz, doch gelte es nun zunächst, die Entwicklung zu beobachten: „Sollten die Zahlen sich so stabilisieren, dann müssten wir nach Veränderungen Ausschau halten.“ Am jetzigen Standort des „Juice“ wäre das allerdings schwierig, so der Rathauschef.

Die städtische Jugendförderung hat sich in den letzten Jahren stark mit anderen Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, vernetzt. Rausch und ihr Team haben beispielsweise in der Oberschule die Jahrgänge 7 bis 9 besucht und mit den Schülern über Konfliktkultur gesprochen: „Das ist bei einem Großteil der Lehrer auf fruchtbaren Boden gefallen“, berichtete Rausch dem Ausschuss. Viele Jugendliche hätten auf diesem Weg Kontakt zu den Angeboten der Jugendförderung bekommen.

Rausch sagte, man kooperiere mit allen weiterführenden Schulen, zu deren Einzugsbereich Wittingen gehört, auch mit den Gymnasien. Darüber gebe es einen direkten Draht zur Landkreisbehörde und zur Polizei. Die Jugendförderung sei da mitunter in einer „Vermittlungsposition“, wenn dies bei Fehlverhalten einzelner Jugendlicher mal nötig werde.

Im Stadtgebiet trägt die Jugendförderung offenbar auch einen Teil der Integrationsleistung: Seit 2016 nähmen, so Rausch, auch viele Flüchtlingskinder Angebote der Jugendtreffs wahr. In Wittingen selbst handele es sich dabei ausschließlich um Jungs, in Knesebeck drehe es sich um Jungen und Mädchen. Sie beobachte zwischen den jungen Flüchtlingen und Einheimischen ein „gutes Miteinander“, sagte Rausch.

Von Holger Boden

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