Sozialer Tag von Auszubildenden der Volksbank Wittingen-Klötze bei der Wittinger Tafel

Mit so viel Armut nicht gerechnet

+
Laura Osteloh, Vorsitzende der Wittinger Tafel (links), freute sich über die großartige Hilfe der Auszubildenden der Volksbank Wittingen-Klötze.

Wittingen. „Man bekommt einen ganz anderen Blick für die Dinge, die wirklich wichtig sind“, sagen die sieben Auszubildenden der Volksbank Wittingen-Klötze. Im Rahmen ihrer Ausbildung traten sie zu einem sozialen Tag bei der Wittinger Tafel an.

Katharina Lenz, Ausbildungsleiterin der Volksbank, hatte diesen Tag für ihre Schützlinge organisiert. „Zu Beginn der Ausbildung starten wir immer mit so genannten Einführungstagen. Dazu gehört ein Tag mit sozialem Hintergrund. “.

Und so starteten die sieben Auszubildenden schon morgens in der Frühe bei der Wittinger Tafel. Die zu verteilenden Lebensmittel wurden von den Partnerunternehmen im Landkreis eingesammelt. Die jungen Leute staunten nicht schlecht, was alles zusammenkommt. „Wenn man sich überlegt, dass das alles in die Mülltonne gewandert wäre – kaum vorzustellen“, sagten die jungen Leute leicht geschockt. Alle hatten schon von der Arbeit der Tafel gehört, aber sich nie wirklich damit beschäftigt. Und so sindsie überrascht und überwältigt von der Arbeit die dort geleistet wird.

„Nachdem wir die Waren eingesammelt hatten, haben wir alles sortiert“, erzählen sie. Und irgendwie kommen sie gar nicht darüber hinweg, was und wie viel jeden Tag an Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Brot, Brötchen und Kuchen in den Müll wandert. In einer Gesprächsrunde mit Klaus Schneck (SPD), DGB-Kreisvorsitzender und MdL, einem Unterstützer der Tafel, erfahren sie, was eine solche Einrichtung für Voraussetzungen mitbringen muss, um sich dem Bundesverband Die Tafeln e. V. überhaupt anschließen zu können. „Jede dazugehörige Einrichtung muss bestimmte Quailtätsstandarts mitbringen“, weiß Schneck zu berichten.

Die Tafel wird wie ein ganz normales Lebensmittelgeschäft geführt. Allerdings mit einem Unterschied: Am Eingang müssen die Kunden nachweisen, dass sie berechtigt sind dort einzukaufen und müssen nachweisen, wie viele Personen zu ihrer Bedarfsgemeinschaft gehört. Dass es im Einzugsbereich der Wittinger Tagel rund 330 dieser Gemeinschaften gibt, erschüttert die jungen Auszubildenden. „Wir haben nicht gewusst, dass es in dieser Region so viel Armut gibt.“ Die Schlangen vor der Tafel hätten sie schon oft gesehen, sich aber nie viele Gedanken darüber gemacht.

Jetzt ist es anders. Sie zollen den Mitarbeitern für ihre Arbeit großen Respekt und gehen mit großem Engagement an das Verteilen der Lebensmittel. Gurken, Äpfel und Melonen wandern in die Einkaufstaschen. Und während sie die Waren verteilen, überkommt Alle ein großes Gefühl der Dankbarkeit. „Wir sind dankbar, dass es uns so gut geht, dass wir die Möglichkeit haben, eine gute Ausbilung zu machen.“

Von Meike Bornemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare