Heute berät der Kreistag über Pläne für eine weitere Integrierte Gesamtschule

Verwaltung sieht IGS-Bedarf

+
Beim Tag der offenen Tür im Mai 2011 erlebte die IGS Sassenburg ein reges Besucherinteresse. Nun diskutiert die Politik darüber, ob eine weitere IGS im Kreis Gifhorn eingerichtet wird.

Landkreis Gifhorn. In die Zusammensetzung der Schullandschaft im Kreis Gifhorn kommt offenbar neue Bewegung. Nachdem die Gruppe aus SPD, Grünen, Piraten und Linken bei der Kommunalwahl am 11.

September die Mehrheit im Kreistag errungen hat, rückt das Thema Integrierte Gesamtschule (IGS) wieder auf die Tagesordnung. Am heutigen Dienstag könnte dazu eine erste Weichenstellung erfolgen: Die Mehrheitsgruppe will im Kreistag beantragen, die Gründung einer zweiten IGS im Kreisgebiet – nach der 2010 in Betrieb genommenen IGS Sassenburg – zu prüfen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 15 Uhr im Rittersaal des Gifhorner Schlosses.

Einen Fingerzeig für die Diskussion liefert der aktuelle Bericht der Kreisverwaltung zur Schulentwicklung im Landkreis Gifhorn. „Der Bedarf für mindestens eine zusätzliche IGS kann festgestellt werden“, heißt es darin. Dabei empfehlen die Experten des Fachbereichs Schule ganz offen, die Einrichtung einer zweiten fünfzügigen IGS zu verfolgen. „Aufgrund des Elterninteresses und der Schülerzahlenprognosen“ sei eine IGS „für das Stadtgebiet Gifhorn und das südliche Kreisgebiet zu prüfen“.

Allerdings ist die Einrichtung einer neuen Gesamtschule nur bei einem nachweisbaren Bedarf von mindestens 130 Schüler pro Jahr – und das für zehn Jahre – möglich. Das verlangt das niedersächsische Schulgesetz. Wie groß das Interesse an einer IGS ist, hat der Kreiselternrat herauszufinden versucht und die Erziehungsberechtigten von 1792 Kindern angeschrieben. 1125 von ihnen beteiligten sich an der Umfrage. Von ihnen bekundeten 735 das Interesse, ihre Kinder auf eine Gesamtschule zu schicken. Das entspricht 41 Prozent aller Befragten. Doch die Akzeptanz einer weiteren IGS ist kreisweit recht unterschiedlich ausgeprägt. 256 der Erziehungsberechtigten sprachen sich für eine Gesamtschule im Bereich der Stadt Gifhorn aus. 180 favorisieren einen Standort im südlichen Kreisgebiet, aber nur 142 eine IGS im Nordkreis.

Fiele die Wahl auf die Stadt Gifhorn, hätte das jedoch Auswirkungen auf die bestehende IGS Sassenburg, erklären die Schulexperten. Denn dadurch würden Schülerströme aus den Samtgemeinden Isenbüttel und Wesendorf sowie der Stadt Gifhorn umgelenkt. Welchen Standort die Kreispolitik favorisiert, werden nun die weiteren Beratungen ergeben.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare