Bahnhofsgebäude: Schneck sieht Chancen / Kabrodt: Kauf durch Stadt unrealistisch

Verkaufsabsichten in Knesebeck?

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Klaus Schneck (M.) mit der Kontaktperson des Eigentümers und einem Anwohner am Knesebecker Bahnhof.

Knesebeck. Der Knesebecker Bahnhof – eine unendliche Geschichte. Das alte Bahnhofsgebäude verfällt seit Jahren mehr und mehr, und weil es in Privatbesitz ist, sind der Kommune die Hände gebunden. Jetzt könnte neue Bewegung in die Sache kommen.

Das stellt jedenfalls der Kreis- und Landtagsabgeordnete Klaus Schneck (SPD) in Aussicht. „Wer mit dem Zug nach Knesebeck kommt, sieht diesen verfallenen Bahnhof und hat gleich einen schlechten Eindruck – dies muss geändert werden“, meint der in Knesebeck lebende Politiker. Das Problem sei, dass der Eigentümer „sich nicht darum gekümmert hat und auch kein Interesse an einem Verkauf hatte“. Nun sei es nach vielen Gesprächen mit dem Eigentümer und mit Anwohnern „gelungen, diese Situation zu ändern“. Nach Schnecks Angaben liefen diese Gespräche „über mehrere Jahre“, er habe zuletzt mit einer Kontaktperson des Eigentümers verhandelt. Nun müssten „Gespräche zwischen Eigentümer, Kommune und Interessenten geführt werden, um Nägel mit Köpfen zu machen“.

Doch gibt es überhaupt potenzielle Käufer? Bei der DB dürfte man abwinken, Fahrkarten werden demnächst selbst in Wittingen nur noch am Automaten verkauft, und eine neue Unterstellmöglichkeit wurde gerade erst gebaut. Naheliegend wäre da schon eher ein Kauf durch die Stadt – das brächte jedenfalls Gestaltungshoheit am Bahnhofsplatz. Von dem wünscht sich mancher, dass daraus ein attraktiver Knotenpunkt für Busse und Bahnen wird. Schneck bringt diesen Gedanken ins Spiel, und auch die städtische CDU-Fraktion hatte im Frühjahr bei einem Ortstermin solche Überlegungen angestellt. Regiobahn 2014, dazu ein Bushaltepunkt vor der Tür, komfortable Parkplätze und schöne neue Fahrradständer – so in etwa lautet die Vision für die baldige Zukunft, in der das vor sich hin gammelnde Haus keinen Platz mehr hat. Doch die Stadt hat kein Geld, das ist nichts Neues.

So sieht denn auch Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse, der in der Vergangenheit immer mal wieder mit dem abrissreifen Gebäude zu tun hatte, wenig Spielräume für einen Kauf. Zuletzt hatte er keinen Kontakt mehr zu dem Besitzer, aber was hätte er ihm auch sagen sollen? Wenn die Stadt als Käufer auftreten solle, dann, so Kruse, brauche es dafür zunächst einmal eine politische Initiative. Doch selbst Ortsbürgermeister Heinz-Ulrich Kabrodt (SPD) sieht das als utopisch an. Die Stadt beschäftige sich schon mit Überlegungen zu einem Kauf von Kreyenberg und zur Unterstützung für das Böttchermuseum – da sehe er keine finanziellen Möglichkeiten für eine weitere Immobilie. „Die Bahn sollte es erwerben“, findet Kabrodt, „und eine vernünftige Haltestelle draus machen.“ Ohnehin darf man gespannt sein, in welchem Zustand sich der Knesebecker Bahnhof präsentiert, wenn Ende 2014 der erste neue Nahverkehrszug einrollt.

Kruse will nach Fördermöglichkeiten für Umgestaltungsmaßnahmen fahnden. Allerdings dürfte die Stadt in einigen wichtigen Fragen wiederum an die Grenzen des Eigentums stoßen: Das holprige Kopfsteinpflaster etwa, das nicht so recht zu einem modernen Nahverkehrsknoten passen will, gehört nach Kabrodts Kenntnis der DB. Vielleicht hat das Gelände aber auch eine ganz andere Zukunft. Der Ortsbürgermeister hat in Knesebeck gehört, dass es möglicherweise eine Gruppe gibt, die Interesse an dem Gebäude hat und das Areal dann für Freizeitzwecke nutzen würde. Wie konkret diese Absicht ist, weiß Kabrodt nicht.

Von Holger Boden

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