Saatkrähen: Stadt vergibt Gutachten / Experte kennt keine Erfolgsbeispiele

Nur vage Chancen

+

Wittingen. Nun also doch: Der Wittinger Verwaltungsausschuss (VA) hat sich dazu entschieden, ein Gutachten zur Lösung des Krähen-Problems in Auftrag zu geben – unter „Zurückstellung vieler Bedenken“, wie Stadtbürgermeister Karl Ridder berichtet.

Rund 6000 Euro werden für das Papier veranschlagt.

Laut Ridder erörterte ein Experte in der nichtöffentlichen VA-Sitzung nochmals die Situation. Das Ganze sei „kein ganz einfaches Problem“, bilanziert der Rathauschef. Besonders ernüchternd: Der Fachmann musste nach Ridders Angaben einräumen, dass er bislang keinen Fall von Saatkrähen-Problematik kenne, in dem die gutachterlichen Bemühungen zum Erfolg geführt hätten.

Weil die Vögel unter Naturschutz stehen, bleibt der Stadt aber kaum eine andere Wahl: Sollen die Krähen gegebenenfalls an einen Ort umgesiedelt werden, an dem sie weniger stören, dann muss zuvor ein Antrag samt Gutachten an die Umweltbehörde in Gifhorn gestellt werden. „Ohne Gutachten kommen wir nicht weiter“, weiß Ridder.

Ein Ergebnis der VA-Sitzung ist auch, dass die Stadt sich parallel zu dem Verfahren um weitere Maßnahmen bemühen soll. So sei die Frage nach Greifvogel-Attrappen laut geworden, berichtet Ridder. Auch Flatterbänder seien ins Gespräch gebracht worden, das Stadtoberhaupt hat allerdings von Fällen gehört, in denen sich die Krähen wenig beeindruckt zeigten – da seien die Bänder von den Vögeln kurzerhand als Nistmaterial verwendet worden.

Bei der Bürgerinitiative, die derzeit Unterschriften für die Einleitung von Gegenmaßnahmen sammelt (das IK berichtete), hat man schon vom Ergebnis der VA-Sitzung gehört. Dass der Auftrag für ein Gutachten nicht gleichbedeutend mit einer schnellen Lösung ist, darüber macht man sich unter den genervten Anwohnern keine Illusionen. Franke zufolge wurden bis zum Wochenende „weit über 100“ Unterschriften gesammelt.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare