Unterschiede beim Lohn

Wittingen: EinLaden informiert über Ungerechtigkeiten bei Mann und Frau

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Im Wittinger EinLaden gibt es Informationen für Frauen, die mehr zum Thema Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau wissen möchten. 

Wittingen – Über die Lohnunterschiede bei Männern und Frauen informierte der EinLaden jetzt am sogenannten „Equal Pay Day“ an der Langen Straße 38 in Wittingen.

Was ist meine Arbeit wert? Das fragen sich viele Frauen, insbesondere in Bewerbungssituationen und bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz.

„Gerade Quereinsteigerinnen und Frauen nach einer längeren Berufspause tun sich schwer, eine Vorstellung über die mögliche Gehaltshöhe zu entwickeln. Deswegen gibt es dazu Infos im EinLaden in Wittingen“, halten die Projektmitarbeiterin der LEB Braunschweig, Ulla Evers, und Christine Gehrmann, Gleichstellungsbeauftragte der Landkreises Gifhorn, fest. Sie haben im EinLaden ein Schaufenster zu diesem Thema gestaltet. Dort gibt es auch Informationsmaterial.

Fakt ist, dass Frauen durchschnittlich deutlich weniger verdienen als Männer, so die Gleichstellungsbeauftragte. Die vom Statistischen Bundesamt errechneten Bruttostundenlöhne der Frauen hätten im Jahr 2018 rund 17,09 Euro betragen, während Männer auf 21,60 Euro kamen. Damit liege die Lohnlücke in Deutschland bei 21 Prozent. Dieser sogenannte Gender Pay Gap (GPG) beschreibt die geschlechtsspezifische Lohnlücke, den prozentualen Unterschied im durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von Männern und Frauen.

„Noch schlimmer wird es bei der Rente“, verdeutlicht Evers. „Was hier finanziell auf die Frauen zukommt, die jahrelang zwischen Elternzeit, Teilzeit, Minijob und Pflegezeit gependelt sind, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen, ist oft ein Hohn.“ Frauen müssten drei Monate im Jahr mehr arbeiten, um ein ähnlich hohes Gehalt zu erreichen wie Männer. Denn Frauen verdienen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Warum ist das so? Antworten gibt es unter www.equalpayday.de.

Die Risiken der Existenz- und Alterssicherung sind für viele Frauen noch immer an das Einkommen des Mannes gekoppelt. Von den verheirateten Frauen hatten nach einer repräsentativen Studie des Bundesfamilienministeriums von 2016 etwa 19 Prozent gar kein eigenes Einkommen und 63 Prozent verdienten unter 1000 Euro. Ein eigenes Einkommen über 2000 Euro hatten nur sechs Prozent der verheirateten Frauen. Kommt dann noch eine Scheidung, Berufsunfähigkeit oder gar die Arbeitslosigkeit des Ehemannes dazu, dann kann sich das für diese Frauen existenzbedrohend auswirken, betont Gehrmann.

Die Situation im Landkreis Gifhorn stelle sich dabei noch schlechter dar. Dort liegt nach Berechnungen der Gewerkschaft NGG die Lohnlücke bei über 22 Prozent – und das, ohne Teilzeit und Minijobs mit einzubeziehen.

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