Autofahrer im Isenhagener Land klagen über hohe Spritpreise

Unmut an den Zapfsäulen

Die gestrigen Zahlen an den Zapfsäulen im Isenhagener Land verdeutlichen es: Beim Tanken müssen die Kunden immer tiefer in die Tasche greifen. Selbst der Preis für Dieselkraftstoff ist sehr hoch. Fotos: Bornemann (2), Scholz, Täger, Frankewitscj

Wittingen. „Viel zu hoch“ und „wo soll das nur noch hinführen“: Das sind nur einige Aussagen, die von Verbrauchern zu hören sind, wenn sie auf die auf Rekordniveau gestiegenen Spritpreise angesprochen werden.

Für viele wird das regelmäßige Befüllen des Tanks immer mehr zum finanziellen Kraftakt. „Wir müssen den Kopf hinhalten, werden immer mehr zu Blitzableitern“, erzählt eine Tankstellenmitarbeiterin in Wittingen. Die Kunden wissen zwar, dass sie nichts für den Preis könne, aber trotzdem werde bei ihr gemeckert.

Seit mittlerweile acht Jahren ist sie an Tankstellen tätig und beobachtet ein verändertes Tankverhalten der Kunden. „Es wird häufiger und zu kleineren Beträgen getankt“, sagt sie. Außerdem werde nicht mehr so oft vollgetankt. „Es gibt Kunden, die tanken für zwei Euro. Das gab es früher nicht.“ Manche Autofahrer möchten am liebsten angerufen werden, wenn der Preis niedrig ist. „Das mache ich natürlich nicht.“

Verständnisvolle Kunden haben auch die Shell-Tankstellenpächter in Hankensbüttel. „Sie wissen ja, dass wir nichts für die hohen Preise können“, sagt Regina Krügel im IK-Gespräch. Sie hat aber auch festgestellt: Getankt wird immer, denn schließlich müssen Wege mit dem Auto zurückgelegt werden. Zum Kraftstoff E 10 werde, seitdem dieser preisgünstiger ist, öfters gegriffen. Dennoch habe er bei den Kunden nicht die gewünschte Akzeptanz.

„Nein, viele Fahrzeuge werden nicht umgerüstet“, antwortet Uwe Peschel aus Emmen auf die Frage, ob es einen Trend weg vom Sprit und hin zum Autogas gebe. Peschel vermutet, dass die Umrüstung zu teuer ist. „Nach knapp 25 000 Kilometern hat sich die Investition schon gelohnt, dann hat sich die Anlage amortisiert und es wird richtig günstig. Schließlich liegt der Gaspreis bei der Hälfte des Spritpreises“, erklärt er.

Auch im Autohaus Lange in Wittingen sind Fahrzeuge mit alternativen Energien eher weniger gefragt. „Hier kauft man einen Neuwagen, der im Verbrauch dann auch eher niedrig ist“, sagt einer der Verkäufer.

Die hohen Spritpreise haben auch Auswirkungen für die Mitarbeiter der Wittinger Tafel, die täglich unterwegs sind, um Waren einzusammeln. „Wir kommen auf rund 1500 Kilometer pro Woche, die machen sich in unserem Budget erheblich bemerkbar“, sagt Vorsitzende Laura Osterloh. Um effizient zu arbeiten, werden die zu fahrenden Touren genauestens geplant. Ob Fahrten zum Zentrallager in Bremen-Hemelingen notwendig sind, wird überlegt. „Wir fahren nur noch dann, wenn es unbedingt notwendig ist, schätzungsweise zwei- bis dreimal im Jahr“, so Osterloh.

Von Meike Bornemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare