Die am 26. Dezember 1994 aufgefundene Asiatin ist Thema bei „Ungeklärte Fälle“

Ungelöster Mord in Eickhorst nun im TV

Die Kripo vermutet einen Zusammenhang zwischen der am 24. Dezember 1994 verschwundenen Ganya Thielke mit der jungen Asiatin, die am 26. Dezember ermordet aufgefunden wurde. Fotos: Polizei
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Die Kripo vermutet einen Zusammenhang zwischen der am 24. Dezember 1994 verschwundenen Ganya Thielke mit der jungen Asiatin, die am 26. Dezember ermordet aufgefunden wurde.

sh Eickhorst. Am 26. Dezember 1994 wurde in der Gemarkung Eickhorst in einem Wasserloch die Leiche einer jungen asiatischen Frau gefunden. Der Fall wurde nie gelöst – bis heute der einzige Tötungsdelikt des Ersten Kriminalhauptkommissars Jürgen Schmidt, den er nicht abschließen konnte.

Mit diesem Plakat wollte die Kripo damals die Identität der asiatischen Toten ermitteln.

25 Jahre lang war Schmidt Chef der Gifhorner Kriminalpolizei, bevor er Ende September 2016 in den Ruhestand verabschiedet wurde. Jetzt könnte der Fall vielleicht doch noch gelöst worden: Weil die örtlichen Medien über Schmidts Verabschiedung berichtet hatten, wurden Redakteure von Spiegel TV auf den Fall aufmerksam. Sie entschlossen sich dazu, den Fall in ihre Sendung „Ungeklärte Fälle – deine Hilfe zählt“ aufzunehmen. Die Folge wird morgen, 29. März, um 20. 15 Uhr auf RTL 2 ausgestrahlt. Unter dem Titel „Sein letzter Fall“ wird der Mord in der Pilotfolge der Fahndungssendung noch einmal aufgerollt. Bei diesem neuen Format werden ungeklärte Kriminalfälle mit den Ermittlern der Kriminalpolizei an den Originalschauplätzen nachgestellt. Schmidt verspricht sich davon, vielleicht doch noch den entscheidenden Hinweis zur Aufklärung des brutalen Verbrechens zu bekommen. Dann könnte der Täter nach mehr als 22 Jahren doch noch seiner gerechten Strafe zugeführt werden, wie Schmidt sagt.

Offensichtlich war die Frau asiatischer Abstammung damals mit einem oder mehreren Begleitern in einem Auto auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg abgebogen. Hier muss es aus noch unbekannten Gründen zum Streit gekommen sein. Die Frau dürfte aus dem Fahrzeug geflüchtet sein und wurde dann am Wegesrand brutal niedergeschlagen.

Mit einem scharfkantigen Werkzeug, möglicherweise einem Beil, einem Klappspaten oder Ähnlichem wurden ihr schwerste Kopfverletzungen zugefügt. Anschließend schleifte der Täter sie in ein zirka 40 Meter entferntes Wasserloch, wo das Opfer letztendlich qualvoll an seinem eigenem Blut erstickte und ertrank.

Die Kripo hatte damals Anthropologen hinzugezogen und Kontakt mit den asiatischen Behörden und der deutschen Ausländerbehörde aufgenommen. Trotz besonders umfangreichen Ermittlungen unter Einbeziehung groß angelegter Öffentlichkeitsfahndungen ist es bis heute nicht gelungen, das Opfer zu identifizieren.

Zum ersten Mal wird in der Sendung eine Verbindung zum Fall der Thailänderin Ganya Thielke (geborene Duang-Gaeo) aus Wolfsburg hergestellt. Die damals 33-Jährige verschwand am 24. Dezember 1994 und ist bis heute nicht wieder aufgetaucht. Sie soll sich am Heiligabend in Winsen/Luhe und später in Hannover aufgehalten haben. Danach verliert sich ihre Spur. Zuletzt war Ganya Thielke als Prostituierte unter dem Spitznamen „Nok“ in verschiedenen Etablissements in ganz Deutschland tätig und versuchte sich im Glücksspiel.

Schon recht früh konnte damals ausgeschlossen werden, dass es sich bei der Toten um die Vermisste handelte. Die Ermittler hatten Speichelproben von Geschwistern der Vermissten aus Thailand beschafft und mit der Toten vergleichen lassen, bei denen sich herausstellte, dass keine Blutsverwandtschaft besteht.

Dennoch lässt die zeitliche Nähe der beiden Fälle den Ermittlern keine Ruhe. Die Kripo glaubt nicht an einen Zufall, sondern geht davon aus, dass es zwischen den beiden Fällen eine Verbindung gibt. „Ich bin davon überzeugt, dass es einen oder mehrere Zeugen gibt, die uns in diesem Fall den oder die entscheidenden Hinweise geben können,“ appelliert Schmidt an die Bevölkerung.

Die Kripo fragt daher: Wer kann Hinweise zur Identität der unbekannten Toten geben? Sie war zwischen 20 und 30 Jahre alt, 151 Zentimeter groß und auffallend schlank. Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat und zur Überführung des Täters führen, ist eine Belohnung in Höhe von 2500 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Gifhorn unter der Telefonnummer (0 53 71) 98 00 entgegen.

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